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Markt im Aufwind, Preisdruck geht weiter: Jetzt der Milchdrink!

Seit Wochen kann der Milchmarkt als vergleichsweise stabil bezeichnet werden. Mit Ausnahme des seit längerer Zeit ohne erkennbare Impulse dahindümpelnden Marktes für Blockbutter standen und stehen die Signale eher auf Grün - trotz der bekannten Einschränkungen im Absatz durch die grassierende Pandemie und ohne erkennbare saisonale Delle. Der GDT Tender in Neuseeland hat zu Beginn der Woche zum sechsten Mal in Folge mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, die Spotmärkte entwickeln sich Woche für Woche fester. Und nicht zu vergessen: Die laufende Milchanlieferung liegt nicht nur in Deutschland erheblich unter der Vorjahreslinie. 

Dagegen stehen die Entwicklungen bei Preisverhandlungen zwischen Handel und Molkereien sowie bei den Endverbraucherpreisen (EVP), über die der VMB in den vergangenen Wochen meist exklusiv berichten konnte, die eben nicht in dieses Bild passen: Drastische Rücknahme der Preise für abgepackte Butter, die noch bis Ende diesen Monats Gültigkeit haben. Dazu vor drei Wochen die Rücknahme der Preise für den bekannten Sahnejoghurt, Eigenmarken des Handels, die in der Regel von bayerischen Molkereien ins Kühlregal gestellt werden, um fast 20 Prozent. Und seit Montag dieser Woche die nächste Preisattacke bei einem strategischen Produkt: Der bekannte und beliebte Milchdrink, ein Milchmischerzeugnis, wurde diese Woche von bisher 0,75 Euro auf 0,69 Euro herabgesetzt. Das bedeutet eine Preisrücknahme von fast 20 Prozent!

Ganz überraschend kam diese Preisaktion nicht. Nach VMB-Recherchen hat der bekannte Branchenprimus im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bereits zu Beginn diesen Jahres, als die Mehrwertsteuersätze wieder auf "normal" gestellt wurden, bei eben diesem Milchdrink seiner Eigenmarke "Milsani" versucht, die Wettbewerber mit der Rücknahme um nur 1 Cent auf 74 Cent/500 ml (Stand 8. Januar) zu provozieren. Die Konkurrenz ging auf dieses Manöver nicht ein, die Preisaktion musste zurückgenommen werden. Dieser Burgfriede hielt bis genau Ende des vergangenen Monats, denn bis vergangenen Samstag standen die Preise noch "ex aequo" bei 75 Cent. Doch am Montag dieser Woche machte Aldi nun Ernst, und zwar im doppelten Sinne: Rücknahme des EVP für den Eigenmarken-Milchdrink um 6 Cent und parallel dazu ein Wochenangebot eines bekannten bayerisch-schwäbischen Markenartiklers, dessen Milchdrink mit einem Rabatt von 49 Prozent für nur 50 Cent/400 ml ins Kühlregal gestellt wurden. Infolge dessen hat die Konkurrenz nun preislich klein beigeben müssen, in der bekannten Reihenfolge: Am Dienstag Norma, danach der Rest.

Warum berichtet der VMB über derartige Preismanöver des Lebensmitteleinzelhandels, wo doch das Ziel in erster Linie ein höherer Milchauszahlungspreis für die Erzeugerseite sein muss, nicht nur wegen der dynamisch steigenden Kosten: Das ist natürlich richtig. Aber das wird  trotz eines derzeit wirklich nicht schlechten Zustandes des Milchmarktes nahezu unmöglich, wenn sich der Lebensmitteleinzelhandel gegenseitig derart bekämpft, koste es was es wolle. Obwohl der eigene Kuchen für die Lebensmitteleinzelhändler durch die pandemiebedingte Zunahme der privaten Einkäufe schon deutlich größer geworden ist, möchte man auch vom größer gewordenen Kuchen des Wettbewerbers zusätzlich noch ein großes Stück! Das kann für die Erzeugerseite nicht gut enden!

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