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VMB mahnt: Kombihaltung nicht totreden!

Die jetzt offiziell vorliegenden Zahlen mit 14.090 Anbindehaltern in Bayern, davon unbestätigten, etwa 10.000 Betrieben in ganzjähriger Form haben es noch einmal drastisch vor Augen geführt: Die Weiterentwicklung der Tierhaltung, auch der Rinder- und Milchviehhaltung in Bayern, zu von Gesellschaft und Verbrauchern akzeptierten und auch honorierten Haltungsformen wird eine immense Herausforderung werden. Angefangen von den unmittelbar betroffenen Betrieben, die eine einzelbetriebliche Entscheidung unter Zeitdruck zu treffen haben, wie auch für die Verantwortlichen der Wertschöpfungskette, die sich der derzeitigen Dynamik in dieser Frage massiv entgegenstemmen. Die perspektivische Einschätzung der ganzjährigen Anbindehaltung bedarf einer realistischen Sichtweise. Hier spielt eben nicht mehr die Politik, trotz mancher ideologischer Vorstöße von außerhalb Bayerns die erste Geige, sie kann bestenfalls vermitteln und moderieren. Der Lebensmitteleinzelhandel, im Auftrag von sich selbst, des Verbrauchers oder getrieben durch die NGO´s und aus Sorge um das eigene (gute?) Image geben Richtung und Geschwindigkeit der Haltungsform vor. Kritik, wonach Erzeugerverbände sich nicht ausreichend schützend vor die Anbindehaltung, als nicht verbotene Form der Rinder- und Milchviehhaltung stellen würden, sind deswegen fehl am Platze.

Im Gegensatz zur ganzjährigen Anbindehaltung darf es beim Thema Kombihaltung, mit welcher Definition auch immer, dagegen aus bayerischer Sicht keine Abstriche geben. Leider haben sich in den vergangenen Monaten irritierende bis höchst irreführende Diskussionen ergeben, die leider, aber auch nachvollziehbar vielen direkt betroffenen Milchviehbetrieben die Tränen der Verzweiflung in die Augen treiben. Den Anfang machte dabei die Regierungserklärung der bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber, am 20. Mai, die damals unmissverständlich - und eben nicht missverständlich - den Ausstieg aus der Anbindehaltung angekündigt hatte. Das Modell der Kombihaltung wurde damals nicht gesondert erwähnt, was bei einem für mehr als 14.000 Milchviehbetriebe existenziellen Thema nicht aus Zeitgründen unterbleiben hätte dürfen. Auch die folgenden Aussagen, dass Kombihaltung bestenfalls ein Übergangsmodel sein könne, waren nicht unbedingt zielführend.

Auch in jüngster Zeit wurden immer wieder Aussagen unterschiedlicher Akteure aus unterschiedlichsten Motiven getroffen, die die Verwirrung, Verunsicherung und eben auch Verzweiflung bei den Milchbauern mit Anbindehaltung, ganzjährig oder schon in Kombination, eher noch gesteigert haben. Dass es derzeit für kaum etwas eine Garantie und auch kein Zeitfenster gibt, auch wegen derzeit noch laufender Abstimmungen, muss festgehalten werden. Und mit Prognosen und Wahrscheinlichkeiten, die eben die Zukunft betreffen, sollte derzeit äußerst vorsichtig umgegangen werden. Der VMB als einer der Unterstützer der Mitte 2019 gefundenen gemeinsamen bayerischen Lösung, einer Kombihaltung als Weiterentwicklung aus der ganzjährigen Anbindehaltung, hat sich diese Woche auf Nachfrage - neben weiteren Akteuren - zu diesem Thema geäußert und wird das weiterhin tun. Um Betrieben, die sich weiterentwickeln wollen, eine Perspektive auch bezüglich einer vertretbaren Zeitschiene zu geben, aber auch zur Sicherung des Milchstandortes Bayern.

 

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