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Rohmilchgüteverordnung: Wenige Fragen zur Umsetzung

Am 1. Juli 2021 ist die (neue) Rohmilchgüteverordnung in Kraft getreten. In Bayern erfolgte dies bekanntlich in Etappen, da die von großen Unsicherheiten und folglich mit hohem Informationsbedarf begleitete Einführung des sensibleren Hemmstofftests (BRT hi-sense) bereits zum 1. Juli 2020 umgesetzt wurde. So konnten die Teilnehmer des jüngsten Runden Tisches der milchwirtschaftlichen Verbände und der zuständigen Behördenstellen ein zufriedenes Zwischenfazit ziehen: Nach gut einem Monat Erfahrung mit der neuen Verordnung gibt es überschaubar wenige Fragen zur Umsetzung. Wann hat es das zuletzt gegeben, dass in Bayern zu einem milchwirtschaftlichen Thema weniger (emotional) diskutiert wird als im übrigen Bundesgebiet? Sicher auch ein Stück weit Bestätigung für die verantwortlichen Gremien und Verbände, diese Aufgabe "so schlecht nicht" bewältigt zu haben.

Erfreulich für den Milchprüfring Bayern e.V. (MPR), dass er per Dienstleistungsvertrag von allen Molkereien mit der Durchführung der Rohmilchgüteverordnung beauftragt worden ist. Dies ist Bestätigung und zeugt von einem großen Vertrauen in die bisherige Arbeit des MPR als beliehener Unternehmer des Staates, dass er jetzt unter "Marktbedingungen" als Dienstleister der Molkereien uneingeschränkte Zustimmung und Beauftragung erhalten hat. Noch nicht angekommen ist diese grundsätzliche Änderung bei allen Akteuren, ist aber auch für den Milchprüfring eher wenig problematisch, umso mehr aber Anerkennung für die bisherige Arbeit. Mit der Änderung von Zuständig- und Verantwortlichkeiten wechselt nicht automatisch auch die langjährig aufgebaute Kompetenz, auflaufende Fragen werden natürlich weiter gerne beantwortet.

Neben einigen technischen Fragen zur Abrechnung, die es zwischen MPR und den Molkereien zu klären gab, und einigen Punkten, bei denen die weitere Entwicklung auch auf Bundesebene erst abzuwarten ist, schlagen auch ab und an Fragen der Milcherzeugerseite auf. Im Wesentlichen betrafen diese die nicht mehr in der Rohmilchgüteverordnung verankerte Bezahlung der S-Klasse, die fortan privatrechtlich zwischen Erzeugern und Molkereien festzulegen sind. Nach Schätzungen hat bisher etwa die Hälfte der Molkereien die Bezahlung der S-Klasse vorgenommen. Dies dürfte nach ersten vorliegenden Informationen auch zukünftig in dieser Größenordnung fortgesetzt werden, wahrscheinlich aber eben nicht mehr so einheitlich wie dies bisher unter den Vorgaben der Verordnung zu erfolgen hatte. Der VMB wird noch in diesem Monat in den Fachmedien über bisher bekannt gewordene Formen von Qualitätsbezahlungen mit privatrechtlich festgelegten Keim- und Zellzahlen und daraus resultierenden Preisauf- und Preisabschlägen berichten.

 

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