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Private Lagerhaltung abgeschlossen, keine Pulverberge in Sicht

Bekanntlich konnte seit dem 7. Mai 2020, auf EU-Ebene das verfügbare und sehr schnell einsetzbare Marktordnungsinstrument der privaten Lagerhaltung für landwirtschaftliche Produkte aktiviert werden. Auch für die befristete Einlagerung von Butter, Magermilchpulver und Käse konnten dabei Anträge auf Förderung gestellt werden. Keiner der Befürworter dieser Maßnahme wird wohl behaupten, dass dieser Schritt der Königsweg ist, auf strukturelle Probleme auf den Märkten zu reagieren. Aber zum Ausgleich von saisonalen Schwankungen oder beim Sonderfall Corona, wäre es fahrlässig gewesen, diese Möglichkeit der schnellen Marktentlastung nicht einzufordern. Und wie nun am Ende der Maßnahme erkennbar ist, scheint dem Corona bedingten Markt- und Absatzschock, zumindest derzeit, schneller gegen gesteuert worden zu sein, als noch zu Beginn der Marktverwerfungen im März 2020, befürchtet wurde. Dazu hat sicherlich auch (Betonung auf "auch") diese Marktentlastung beigetragen. Und erfreulicherweise wurden auch keine neuen und später möglicherweise marktbelastenden Pulverberge aufgebaut, wie vom bisher nicht in Erscheinung getretenen Milchmarktexperten, dem Chef des Bundes Naturschutz in Bayern e.V., Richard Mergner, in einer Videobotschaft befürchtet wurde. Wobei es natürlich immer im Auge des Betrachters liegt, wann ein Berg ein Berg ist! Und über mögliche spätere Auswirkungen auf die Märkte lässt sich auch immer trefflich streiten.

Die private Lagerhaltung ist vor wenigen Tagen, am 30. Juni 2020, zu Ende gegangen. Die in den knapp zwei Monaten eingelagerten Mengen halten sich in Grenzen, nimmt man die möglichen Mengen als Maßstab für diese abschließende Einschätzung. Zum letzten bekannten Stichtag, am 28. Juni 2020, wurden seitens der EU-Kommission zur privaten Lagerhaltung folgende angemeldete Mengen veröffentlicht:

•    Magermilchpulver: 17.730 t, davon 7.921 t aus Deutschland
•    Butter: 60.184 t, davon 12.608 t aus Deutschland
•    Käse: 45.634 t, davon 670 t aus Deutschland

Von den möglichen 90.000 Tonnen Magermilchpulver sind, bis zwei Tage vor Beendigung der Maßnahme, gerade einmal 19 Prozent der förderfähigen Menge beantragt worden. Bei Butter hätten bis zu 140.000 Tonnen gefördert eingelagert werden können. Beantragt wurden aber nur 43 Prozent. Bei Käse, mit bis zu 100.000 Tonnen förderfähigen Menge, waren am Ende nur 45 Prozent der möglichen Menge registriert.

Spitzenreiter bei den angemeldeten Buttermengen ist unangefochten die Niederlande mit etwa 34 Prozent, gefolgt fast gleichauf von Deutschland und Irland, mit jeweils 21 Prozent. Auf diese drei Länder entfallen somit fast 76 Prozent der eingelagerten Butter. Bei Magermilchpulver dürfte am Ende Deutschland die Nase vorne haben mit fast 8.000 Tonnen, das sind etwa 45 Prozent der in der EU zur Einlagerung angemeldeten Mengen. Bei Käse wurden bekanntlich Ländermengen zugeteilt. Und da gab es quasi einen Start-Ziel-Sieg Italiens, das bereits nach drei (!) Tagen seine Menge von 12.654 Tonnen ausgeschöpft hatte. Insgesamt haben neben Italien, sechs weitere EU-Länder ihre "Käsequote" vollends ausgeschöpft.

 

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