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(c)Eschenlohe

Ohne Milch nach Hollywood?

Die deutsche Filmbranche hat mit der Milchwirtschaft im Allgemeinen und der Milcherzeugung im Besonderen nicht sehr viel gemein, zumindest vordergründig. Dort Scheinwerferlicht, roter Teppich - und "mehr Schein als Sein". Hier die harte Realität im Kuhstall und im Melkstand mit einem ständigen Kampf um das ökonomische Überleben, obwohl mit Milch doch eigentlich Lebensmittel zum Leben (!) erzeugt werden. Aber einige Schnittstellen zwischen Filmbranche und den Milcherzeugern gibt es doch: Dort auch ein harter Kampf, denn neben den Stars der Branche sollen doch sehr viele Darsteller bereits vor Corona nahe am Hungertuch nagen.  Auch die  Milchbauern stehen vermehrt im Scheinwerferlicht: Ungewollt zwar, aber sie stehen nun mal einer "ich habe zwar keine Ahnung, weiß es aber trotzdem besser" Fraktion gegenüber, die vornehmlich im emotionalen Haus-Tier-Schutz denn Nutz-Tier-Schutz ihre Kompetenz erworben hat.

Und jetzt die jähe Abkehr des Films von der Milchwirtschaft? Nach einem kürzlich in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Beitrag kursiert wohl in der Branche derzeit ein Katalog an Forderungen zur freiwilligen Selbstverpflichtung von Schauspieler*innen, um ein "grüneres Drehen" zu ermöglichen. Und dafür werden wohl gegenwärtig keine Sternchen gesucht oder solche, die den ihren bereits aufgehen sehen! Nein, man ist gezielt auch auf Stars der Szene fokussiert, um damit dieses Vorhaben zu dynamisieren. Aha, auch hier hat wohl der Mainstream bereits Einzug gehalten? Ohne das ständige und gebetsmühlenartige Erwähnen nach mehr Umwelt-, Klima- und Tierschutz ist auch bei den Zuschauern, "Followern" und der gesellschaftlichen Masse anscheinend nicht mehr zu punkten! Aber wie verträgt sich dieser Schwenk zum "grünen Drehen", mit dem nicht wenigen Akteuren nachgesagten divenhaften, um nicht zu sagen egozentrischen Auftreten und gar nicht so seltenen Sonderwünschen der Filmbranche, wo die Umwelt keine Rolle spielt(e)?

Wenn nicht bereits solche ersten Anflüge bedenklich wären und nachdenklich machen würden, müsste man über solche Pamphlete ja noch schmunzeln. Aber können Schauspieler*innen wirklich besser schauspielern, wenn sie ganz auf tierisches Eiweiß verzichten? So werden nämlich in besagten Katalog in Punkt vier "Catering" nachdrücklich mehr "vegane Optionen" gefordert, um "Fleisch- und Milchprodukte weitestgehend zu reduzieren, weil eine bewusste und hochwertige Ernährung dazu beiträgt, die von uns geforderten Leistungen während der Dreharbeiten zu erbringen."  Und nochmal ein Aha! Talent und Können hin oder her, ohne tierische Eiweiße soll es sich also besser schauspielern? Bei zahlreichen Castingshows wird ja hinreichend Anschauungsunterricht geboten, wie fest so mancher Kandidat*in an, nun gar nicht vorhandene Sangeskunst glaubt. Es steht zu befürchten, dass der/die eine oder andere davon träumt, allein durch den Verzicht von Milch- und Milchprodukten nach Hollywood zu kommen.

 

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