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Neuer Kontrakt: Rücknahme Butterpreise nicht marktkonform

Dass der Lebensmitteleinzelhandel es leider erneut geschafft hat, die Butterpreise bei den Verhandlungen mit den Molkereien nach unten zu fahren, war Insidern schnell bekannt. Aber wie der Handel selbst reagiert, war diesmal angesichts des derzeitigen Preiskrieges zwischen den Handelsketten in nahezu allen Sortimenten (jüngstes Beispiel: Coca-Cola) die spannende Frage. Und da hat es sich für den VMB gelohnt, diesmal einige Tage mit seiner Kommentierung zu warten - und lag richtig: Erst am 4. April haben die beiden Aldi´s und Norma reagiert und die Verbraucherpreise nach unten angepasst. Und die Händler geben zugunsten des Verbrauchers auch einiges ihrer bisher recht üppigen Marge ab: Mit knapp 4 Euro/kg erhalten die Molkereien im Durchschnitt 10 bis 12 Cent/kg weniger, die Verbraucher dürfen sich mit der Rücknahme um 6 Cent/250 g Markenbutter (= 24 Cent/kg) auf 1,49 Euro/250 g auf ein vorösterliches Geschenk freuen.

Die gute Nachricht: Auch dieser Kontrakt hat nur Bestand für den aktuellen Monat April. Die kritische Frage, ob diese Preisrücknahme sein hat müssen, ist eindeutig mit "nein" zu beantworten. Wer die Entwicklung der Fettverwertung in den letzten Monaten fachlich begleitet und analysiert hat, hatte durchaus seine Schwierigkeiten mit der beobachteten Entwicklung. Vor allem die Notierung und das Nachfrageverhalten bei Blockbutter war sehr uneinheitlich und mit negativer Tendenz in der Preisbildung. Doch seit 14 Tagen hat sich dieser Trend umgekehrt, die Preise haben einschließlich der ersten Notierung im April um etwa 25 Cent/kg für die 25-kg-Blockware zugelegt und liegen jetzt wieder deutlich, das heißt mehr als 20 Cent über der Grenze von 4 Euro/kg. Die Molkereien müssen sich, wie schon erwähnt, beim aktuellen Kontrakt mit gerade einmal 4 Euro/kg begnügen. Und dass der Handel mitten im vorösterlichen Geschäft seine Muskeln spielen lässt, wo die Nachfrage quasi ein Selbstläufer ist, lässt ebenfalls auf einen Kampfpreis schließen. Ein weiteres belastbares Argument für eine nachhaltige Stabilisierung des Fettmarktes liefert der Blick auf den Weltmarkt: Bei den 14-tägigen Auktionen des Global Dairy Tender (GDT) in Neuseeland liegen die Preisentwicklungen im Fettbereich ausschließlich im grünen Bereich.

Und dann gab es noch weitere Preisänderungen, die in kein bisher gekanntes Schema passen: Auch die angebotene "Original Irische Butter" (nicht zu verwechseln mit der Marke "Kerrygold", aber aus dem gleichen Haus) wurde preisreduziert und zwar gleich um 20 Cent von 1,99 auf jetzt 1,79 Euro/250 g. Und ein letzter Beleg, dass die Butterpreise diesmal nicht den üblichen Marktmechanismen gefolgt sind: Die im Windschatten der Handelsmarken angebotenen "streichzarten" Milchmischfette blieben stabil und kosten jetzt trotz des hohen Anteils an Pflanzenfett weiterhin 1,49 Euro/250 g - preislich "auf Augenhöhe" mit der Markenbutter. Auch das hat es bisher noch nicht gegeben!

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