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Muttertag - Buttertag - Netto-Tag

Am kommenden Sonntag ist wieder Muttertag. Bereits zwei Tage zuvor, am Freitag, 8. Mai, scheint aber schon "Buttertag" zu sein, am Netto-Tag! Denn an diesem einen Tag lässt es der Netto Markendiscount, ein Tochterunternehmen der Edeka, wieder einmal richtig krachen, zumindest preislich. Das als Sonderangebot leider sehr beliebte Standardprodukt "Deutsche Markenbutter" muss dabei wieder einmal als Lockvogel herhalten. Preise mit 50 Prozent Nachlass und einem Einzelpreis von bis zu 72 Cent/250 g scheinen zwar  wettbewerbsrechtlich immer noch ein legitimes Angebot zu sein, aber ein unmoralisches allemal!

Die Lebensmittelhändler lassen sich im Kampf um Wettbewerbsanteile, beim Buhlen um die Kundschaft einiges einfallen. Einer der Strategien sind Sonderangebote nur an speziellen Tagen. Eine dieser besonderen Auslobungen sind die so genannten "Freitagskracher". Und am kommenden Freitag, zwei Tage vor Muttertag, wird wieder einmal ein Tagesangebot gefahren, das aus Sicht der systemrelevanten Land- und Milchwirtschaft die Zornesröte ins Gesicht steigen lässt. Denn in einigen Bundesländern, nicht in Bayern, wird "Deutsche Markenbutter" besonders preiswert angeboten, mit 50 Prozent Rabatt.

Während aber in Niedersachsen mit dem Angebot der Ammerländer Weidebutter und einem Preis von 89 Cent (statt 1,79 Euro) oder in großen Teilen Baden-Württembergs mit der Weihenstephaner Butter für 1,09 Euro (statt 2,19) fast schon business as usual zu beobachten ist, wird in einigen anderen Bundesländern - nach VMB-Recherchen unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Teilen von Rheinland-Pfalz und in Sachsen - Butter der Netto-Eigenmarke "Gutes Land" regelrecht verschleudert. Denn dort wird der derzeit aktuelle Preis von 1,45 Euro für die Eigenmarke auf 72 Cent heruntergesetzt. Also 50 Prozent Nachlass auf den üblichen "absoluten Tiefpreis" (so die branchenübliche Bezeichnung für den aktuellen Preis für Eigenmarken), beschämende 72 Cent/250 g für ein Produkt, das vor wenigen Wochen beim Hamsterindex noch ganz oben auf der Einkaufsliste gestanden hat.

Um den Lebensmitteleinzelhandel muss man sich aber wegen dieser eintägigen Preisaktion keine Sorgen machen. Stand des heutigen Tages haben alle bekannten Händler den Butterpreis für das Einstiegssegment, also die Eigenmarke, bei 1,45 Euro/250 g belassen. Und das obwohl für den laufenden Monat bekanntermaßen 84 Cent/kg weniger an die Molkereien bezahlt werden. Die unerklärlichen Vorgänge in der Wertschöpfungskette Milch häufen sich, nicht nur beim Handel. Heute demonstrieren bekanntlich kampfbereite Milchbauern  "bild-stark" gegen Milchpulverberge, die es noch gar nicht gibt. Und beim Handel lässt man sehenden Auges den Butterpreis zwischen den Fingern dahin schmelzen.

 

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