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Milchverarbeitung in Deutschland

Hoher Käsekonsum

Die Milchanlieferungszahlen in Deutschland offenbarten im Kalenderjahr 2020 mehr oder weniger eine Plus-Minus-Null-Rechnung gegenüber den Vorjahrwerten. Zwar wurde noch in den ersten drei Monaten Jahres 2020 über dem Quartalsniveau von 2019 erzeugt, aber im restlichen Jahresverlauf, in kleinen Schritten, lag die Milchproduktion unter den Werten des zurückliegenden Jahres. Von zu Jahresbeginn beinahe einem Prozent Plus über dem Vorjahr, befand sich das Erzeugungsniveau am Ende des Jahres 2020, bei über einem Prozent Minus. Allerdings zeigte sich bei der Gesamtbetrachtung des Milchaufkommens 2020 eine durchschnittlich gleichbleibende Milchabgabe.

Angesichts dieses Anlieferungsverhaltens könnte man vermuten, dass die Verarbeitung zu Milchprodukten ähnlich so verlaufen müsste. Unter normalen Bedingungen vielleicht schon! Aber die Corona-Pandemie und die entsprechenden Pandemievorgaben haben in der Gesellschaft und folglich auch in der Wirtschaft einschneidende Spuren hinterlassen. In der Milchwirtschaft gab und gibt es noch Veränderungen der „Milch- und Handelströme“. Während den verschiedenen Lockdowns, hat beispielsweise der Milchproduktabsatz im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) fast zweistellige Zuwachszahlen erreichen können, dagegen gingen mit den Schließungen der Hotels und Gaststätten, in diesem Bereich die Verkaufszahlen deutlich zurück. Auch die zeitweiligen Transferbeschränkungen, während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020, hatten Auswirkungen auf dem EU-Binnenmarkt sowie auf den globalen Handel. Schließlich wurde durch die Corona-Auflagen auch noch die „Reisefreudigkeit“ der Deutschen etwas ausgebremst, so dass unterm Strich im Jahr 2020 deutlich mehr Konsumenten sich im „Ländle“ befanden. Allerdings, dies bleibt unverkennbar, der Konsum(anspruch) ist geblieben und demzufolge auch die Nachfrage. Aber mit mehreren Umschichtungen beim Warenumschlag einiger Milchprodukte.

Gesamtheitlich gesehen hat sich die Käseproduktion erhöht. Desgleichen wurde auch die Produktion von Milchfrischprodukten, welche in den letzten Jahren eine eher verhaltene Absatzentwicklung zeigten, aber auch die von Butter sowie von Milchpulver ausgebaut. Bei differenzierter Betrachtung, zeigt sich im Käsebereich ein markanter Nachfrageschub. Vor allem Weichkäse, ein Käseerzeugnis, das in der Vergangenheit ein stetiges Absatzminus aufgewiesen hat, verspürt derzeit, erfreulicher Weise, wieder einen Aufwind in der Nachfrage. Durch die höhere Anzahl an inländischen Konsumenten 2020, ist der Bedarf angestiegen. Da Weichkäse nicht in großen Mengen exportiert wird, liegt es auf der Hand, dass die fast zweistellige Produktionserhöhung durch die ausgedehntere Inlandsnachfrage zu begründen ist. Desgleichen, auch sehr positiv, fällt die Ausweitung der Erzeugung von Pasta Filata Käse (Mozzarella, Hüttenkäse etc.) auf. Hier wurden die Produktionsmengen um fast sechs Prozent ausgedehnt.

Milcherzeugung im Vergleich des Vorjahres
Herstellung von Milch und Jogurtprodukten
Herstellung von Käse gesamt sowie von Schnittkäse
Herstellung von Hart-, Weich- und Pasta Filata Käse
Herstellung von Milchpulver und Butter

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