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Milchmarktbericht

Wendet sich das Blatt?

Nachdem es in dieser Woche in verschiedenen Bundesländern zu weiteren Lockerungen bezüglich der Pan-demie-Eindämmung kommen wird, könnten diese Regelungen auch eine Entspannung der Lage im Hotelier- und Gastwerbe bewirken. Aufgrund dessen besteht die Hoffnung, dass bis Ende Mai 2020, gewisse Teilbereiche der Absatzmärkte wieder an Position gewinnen können. 
Die Milchproduktion in Deutschland scheint sich auf ihrem saisonalen Höchststand einzupendeln. Nach Hochrechnung liegt die Milchanlieferung nur noch ganz leicht über den Werten der Vorwoche. Dem Anschein nach wird sich das gegenwärtige Milchaufkommen das Vorjahresergebnis erreichen. Aktuell offenbart sich der Milchprodukteabsatz auf den einzelnen Milchmärkten immer noch als sehr differenziert. Während im Exportbereich der Handel überwiegend stillgelegt ist und derzeit fast keine Aufträge eingehen, können auf dem heimischen Markt, Milchfrischprodukte sowie auch Butter und Käse gut vermarkten werden. Die Preisfindung ist dabei kritisch geworden, da vor allem der Lebensmittelhandel seine derzeitige Position ausnützt und Preissenkungen durchsetzt, die teilweise nicht an die Verbraucher weiter gegeben werden. Der Milchpulvermarkt zeigt sich ebenfalls noch abwartend, es scheint aber, dass in diesem Bereich sich langsam wieder Exportgeschäfte entwickeln und dementsprechend auch der Pulvermarkt im Inland gestützt werden kann. Allerdings bleiben die Pulverpreise variabel, so dass vor allem im Vollmilch- und Molkenpulverbereich, auf niedrigem Niveau, die sich Erlöse leichter, bei Magermilchpulver etwas fester positionieren können.

Butter: Handel lässt Verkaufspreise unverändert
Die aktuelle Berichtswoche mit dem Monatswechsel April auf Mai, zeigt beim Butterabsatz eine stark unterschiedliche Ausrichtung. Während bei Butter-Stückware erstaunlich wenig abgesetzt wurde, haben die Aufträge bei Blockbutter wieder eine höhere Position erlangt. Der ungleiche Nachfragetrend, nicht nur wegen der verkürzten Handelswoche, könnte auch deshalb entstanden sein, weil der Handel, nachdem er in den Maikontrakten einen starken Preisrückgang umsetzen konnte, erst die geformte Butter zu den neuen Konditionen abrufen wird. Demzufolge erweist sich in dieser Berichtswoche das Handelsniveau von Butter-Stücken als sehr niedrig. Die Rahmabsätze bleiben weiterhin auf einem meist zufrieden stellenden Niveau, da die Verbraucher, trotz der Pandemie-Einschränkungen, gerne auf saisonales Gemüse und Obst zurückgreifen. Die Preishöhe leidet dennoch unter den gegenwärtigen Handelsbegrenzungen. Demzufolge werden die Verkaufspreise von Stückware im Monat Mai drastisch zurückgenommen. Die Blockwarenpreise werden sich annährend an den neuen Kontrakten orientieren. 

Hartkäse: Guter Inlandsabsatz
Im Vergleich zu den vorherigen Wochen, sind die Hartkäsegeschäfte zumeist auf einem guten Stand geblieben. Allgäuer Emmentaler Rundlaibe werden zwar vom Großhandel relativ spartanisch geordert, allerdings weisen die Einkaufsmengen des  Lebensmitteleinzelhandels ein gutes mitunter auch hohes Niveau auf. Die Absatzzahlen für den Export sind, ebenfalls wie in den vergangenen Wochen, relativ gering, so dass der Außenhandel bei der Vermarktung von Hartkäse im Großen und Ganzen keine Rolle mehr spielt. Die Handelspreise sind dagegen weiterhin fest. Bei Angeboten von 400-gr-Stücken oder auch bei gestiftelter Ware, konnten teilweise auch leichte Preiserhöhungen im Lebensmitteleinzelhandel umgesetzt werden. 

Schnittkäse: Export gleich Null
Es ist zu erwarten gewesen, dass die Absätze des Schnittkäsebereiches sich meistens auf den inländischen Lebensmitteleinzelhandel konzentrieren werden. Der Großhandel und damit das Gastronomiegewerbe hat weiterhin eine sehr niedrige Bedarfsmenge. Desgleichen konnten auch die Exportgeschäfte bei Schnittkäse noch nicht an Höhe gewinnen. De facto liegt der Außenhandel am Boden, so dass infolgedessen die europäischen Länder am Mittelmeer und auch die Drittländer nach wie vor noch nicht die gewohnten Schnittkäsemengen ordern. Da in der aktuellen Woche in vielen Bundesländern die ersten Aufhebungen der Kontaktbegrenzungen erfolgen werden, besteht der Hoffnungsfunke, dass im Gastronomie- und Hotelgewerbe bis Ende Mai 2020 wieder der Bedarf ansteigen könnte. Da die Erlöse, angesichts der gegenwärtigen Marktbedingungen, unter stetigem Druck sind, erweist sich die Preisfindung als schwierig und im Trend geschwächt. 

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