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Milch und Fußball: Vergrämung der kuhmilchfreien "Wölfe"?

Milch war in den vergangenen Woche wieder häufiger Gegenstand kontrovers ausgetragener öffentlicher Diskussionen - und meist war auch der Fußball mit im Spiel. So überraschte der niedersächsische Bundesligist VfL Wolfsburg mit seiner Ankündigung, bereits ab April eine "strategische Allianz" mit dem schwedischen Hersteller von Haferdrinks, Oatly, eingehen zu wollen. Als Alternative zu Milch hätten dies auch die Milcherzeuger und die Milchwirtschaft durchaus "sportlich" sehen können. Aber nein: Die VW-Arena sollte, "wow, no cow", zur kuhmilchfreien Zone erklärt werden - aus Gründen des Klimaschutzes. Dieses Memory Richtung VW sei dann schon erlaubt: So als ob aus dem Auspuff von VW-Autos nur klimafreundliches - und dann auch noch korrekt gemessen - entweichen würde. Das damals auch vom VMB aufgegriffene Vorgehen der Wolfsburger Fußballverantwortlichen und das symbolische Kläffen Richtung Wolfsburg hatte allemal nur symbolischen Charakter. Doch mittlerweile regt sich breiterer Widerstand vor allem von den Dachverbänden  Milchwirtschaft und Rind sowie speziell auch von niedersächsischen Seite: Milchwirtschaft, Berufsverband und auch Politik kritisieren das schwarze Schaf im Milchland Niedersachsen gleichermaßen. Einem Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) zufolge soll ob dieser heftigen Reaktion bereits ein Umdenken in der Autostadt im Gange sein. Da würde ein erster Schritt der Erkenntnisgewinn sein, dass die deutsche Milchvieh- und Rinderhaltung in Sachen Klimaschutz bei weitem nicht das Problem, sondern vielmehr die Lösung darstellt.

Wie die weitere Entwicklung aussieht, bleibt jetzt abzuwarten. Eine totale Umkehr des getroffenen Beschlusses wird es sicher nicht geben, eine "Vergrämung" der kuhmilchfreien "Wölfe" nahezu unmöglich sein. Aber wer so plumpe und sachlich falsche Entscheidungen trifft, darf sich über massiven Gegenwind und Androhung eines volkswagenfreien ländlichen Raumes oder dem Überkleben des VW-Emblems, zur Vermeidung von "Fremdschämen", nicht wundern. 
Derweil stehen auch im Süden Deutschlands Veränderungen im Geschäftsverhältnis Milch und Fußball an: So hat die genossenschaftliche Schwarzwaldmilch dieser Tage bekannt gegeben, dass sie nach insgesamt sechs Jahren, zum Ende der laufenden Spielzeit, nicht mehr Haupt- und Trikotsponsor des Bundesligisten SC Freiburg sein wird. Damit endet eine mit der Spielzeit 2016/2017 begonnene mehrjährige fruchtbare und auch für die Milchwirtschaft positive Partnerschaft, die aber doch kein so abruptes Ende findet. Denn  Fortsetzung folgt: Die Schwarzwaldmilch soll dem SC Freiburg auch ab der kommenden Saison zumindest als Exklusivpartner erhalten bleiben.

Trotzdem bedeutet dieser Beschluss der Freiburger Molkerei einen größeren und auch sichtbaren Einschnitt: Denn vor deren Engagement fungierte von 2010 an die bekannte Allgäuer Privatmolkerei Ehrmann ("keiner macht mich mehr an") als Haupt- und Trikotsponsor des ambitionierten Freiburger Fußballclubs. Deswegen darf man aus Sicht der Milchwirtschaft durchaus gespannt sein, welches Logo ab kommender Spielzeit 2022/2023 die jetzt (nur kurzzeitig?) milchfreie Brust der Freiburger Kicker zieren wird.

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