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LTO-Milchpreis November 2020

Der niederländische Bauernverband LTO ermittelt, in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers), einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Zusätzlich werden von den Molkereileistungen Einzelauswertungen errechnet.

In seiner aktuellen Veröffentlichung hat der niederländische Bauernverband erneut eine Erhöhung des europäischen Durchschnittswertes gemeldet. Dies bedeutet, dass zum sechsten Mal in Folge der europäische Milchpreis angestiegen ist und im Monat November 2020 eine Höhe von 33,37 Cent pro Kilogramm Milch erreicht hat. Gegenüber dem vergangenen Monat Oktober 2020, mit einem Wert von 33,26 Cent pro Kilogramm Milch, hat sich somit der europäische Durchschnittspreis um 0,3 Prozent bzw. 0,11 Cent pro Kilogramm Milch gesteigert.

Die sich kontinuierlich ansteigende Marktnachfrage führte dazu, dass die Milchproduktpreise sich allgemein weiter verbessern konnten und demzufolge auch die Auszahlungsleistung der Molkereien angestiegen ist. Allerdings sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem Milchmarkt noch nicht ganz verschwunden, so dass gegenüber den Vorjahreswerten immer noch ein Abstand von Minus 0,36 Cent besteht.

Weiterhin mit Zuversicht
Die Entwicklung des europäischen LTO-Durchschnittsmilchpreises offenbart, dass bereits im Juli 2020 sich die Märkte wieder gefestigt haben und infolgedessen auch die Verwertungen der Molkereien merklich angehoben wurden. Seit Juni 2020 hat sich der durchschnittliche EU-Milchpreis um über einen Cent verbessern können. Auch im Monat November 2020 haben fast alle europäischen milchwirtschaftlichen Unternehmen noch einmal ihre Auszahlungsleistungen erhöht. Jedoch bleibt immer noch ein kleiner Abstand gegenüber dem Vorjahresmonat.

Mit der Ausnahme von Danone und Sodiaal, sind die Milchpreise gleichgeblieben bzw. nur leicht gestiegen. Trotz der verbesserten Marktsituation, vor allem durch das Herbst- und Weihnachtsgeschäft, ist noch immer ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Auszahlungen und der  Rangfolge erkennbar. Während die französischen Unternehmen weiterhin ihre Position deutlich über den europäischen Mittelwert festigen konnten, haben sich nun allmählich auch in Deutschland die Milchpreise erholt. Auch hat sich der Milchauszahlungspreis der holländischen Molkerei FrieslandCampina nicht verändert. Weiterhin an den Spitzenpositionen bleibt Granarolo aus Italien und die finnische Molkereigrupp Valio. Diese beiden Unternehmen haben im laufenden Jahr 2020 einen überwiegend konstanten Milchpreis ausbezahlt. Dagegen liegen die Auszahlungspreise auf der grünen Insel bzw. in England nach wie vor zum Teil unter dem europäischen Durchschnitt.

Für den letzten Auszahlungsmonat des Jahres 2020, verkünden die meisten Molkereien, dass keine allzu großen Preisanpassungen nach oben stattfinden werden und eher mit einer Stabilität zu rechnen ist. Das heißt der Dezemberpreis wird sich gegenüber dem Vormonat nur minimal verändern können. Deshalb ist beim Jahresergebnis damit zu rechnen, dass der Vorjahreswert aus dem Jahr 2019 wahrscheinlich um gut einen halben Cent verfehlt wird.

Betrachtet man die aktuellen Verwertungschancen im globalen Handel, so ist zu beobachten, dass die Geschäfte mit Milchprodukten besser voranschreiten als die Absatzmöglichkeiten in den heimischen Regionen. Aufgrund der anziehenden globalen Milchpreisen, hat auch die neuseeländische Fonterra optimistischer die Vermarktungsposition bewertet und für den November 2020 einen Milchpreis von fast 31 Cent festgelegt. Somit ergibt sich gegenüber dem Vormonat ein Plus von gut 1,75 Cent. Gleichzeitig sind die Verwertungsoptionen im Käsebereich in den Vereinigten Staaten, trotz der politischen Unruhen, besser geworden. Der Preis der Class III Milch hat im Käsesektor inzwischen eine sehr hohe Position von über 48 Cent erreicht. Allerdings darf man diesen Wert nur bedingt als Gesamtauszahlungsleistung ansehen, da die anderen Verwertungen im Bereich Frische und Fett in Amerika deutlich niedriger liegen. Bei der letzten GDT-Auktion hat sich gezeigt, dass durchaus im Pulver-, Käse- und auch Milchfettbereich höhere Forderungen umgesetzt werden konnten. Ausgehend vom Trend des 2. Halbjahres 2020, ist die Marktentwicklung freundlicher einzustufen. Jedoch bleibt abzuwarten, wie die Weltgemeinschaft im Jahr 2021 die Corona-Pandemie meistern wird und dies die Entwicklung der Märkte beeinflusst.

Anmerkung/Änderung der Betriebsgröße/Neue Molkerei:
* Der niederländische Bauernverband LTO hat mit der Veröffentlichung der Zahlen des Monats April 2020 mitgeteilt, dass nur noch die Milchpreiswerte auf der Berechnungsbasis von einer Betriebsgröße von 1.000 Tonnen Jahresanlieferung veröffentlicht werden. Da, so die LTO, die Preisunterschiede zwischen den Betriebsstrukturen von 500, 1.000 und 1.500 Tonnen, nur sehr geringe Abweichungen aufweisen, werden nur noch die Zahlen der 1.000 Tonnen-Betriebsgröße zur Berechnung herangezogen. Überdies werden die zusätzlichen Zahlungen mit Sonderzuschlägen, welche in den letzten Jahren immer häufiger angewendet wurden, extra ausgewiesen. Da diese neuen Werte erst im April 2020 bekannt gegeben wurden, kann ein mehrjähriger Vergleich gegenwärtig noch nicht durchgeführt werden. Die aktuelle Aufstellung wird demzufolge nur im Jahr 2020 mit den aktuellen Milchpreisen geführt.

 

 

 

LTO-Milchpreis Stand November 2020
LTO-Milchpreis mit Durchschnitt
Globale Milchpreise
GDT-Tender und Fonterra-Milchpreis
Ranking
Tabelle der LTO Milchpreise

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