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LTO-Milchpreis April 2020

Der niederländische Bauernverband LTO ermittelt, in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers), einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Zusätzlich werden von den Molkereileistungen Einzelauswertungen errechnet.

Einige Milchauszahlungspreise konnten sich noch „behaupten“

Für den Monat April 2020 hat der niederländische Bauernverband einen durchschnittlichen Wert in Höhe von 32,47 * siehe Anmerkungen (Vormonat 33,26) Cent pro Kilogramm Milch veröffentlicht. Im Vergleich zum zurückliegenden Monat März 2020, bedeutet dies einen Rückgang von 0,79 Cent bzw. ein Minus von 2,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat (33,21 Cent/kg Milch) beträgt die Differenz zum aktuellen Milchauszahlungspreis 0,74 Cent. Somit hat sich der Milchpreis um 2,2 Prozent gegenüber dem vergleichbaren  Jahreszeitraum verringert. (Die aufgeführten Milchpreise gelten immer für Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof, bei einer durchschnittlichen Jahreserzeugungsmenge von 1.000.000 kg pro Betrieb *siehe Anmerkung!).

Die Corona-Krise hat bei den größten Milchverarbeitern in Europa auch im Monat April 2020 noch unterschiedliche Auswirkungen auf deren Milchauszahlungspreise gezeigt. Während noch einige Molkereien ihren Milchpreis halten konnten, aber auch zum Beispiel die Firma Danone, die sogar ihre Milchauszahlung leicht erhöhte, haben Andere ihre Milchpreise reduzieren müssen. Zum Teil liegt dabei der Abstand gegenüber der Auszahlung im Vormonat fast bei zwei Cent. Aufgrund dieser Rückgänge, zahlen nun diese Molkereien knapp unter 30 Cent Milchgeld aus. Die Preisentwicklung der einzelnen Molkereien ist sehr stark von deren Portfolio abhängig. Kann verstärkt der heimische Markt und hier vor allem der Einzelhandel bedient werden, ist eine gewisse Preisstabilität vorhanden. Liegt der größte Anteil des Absatzes einer Molkerei vorwiegend beim Export in die Europäische Union sowie in die Drittländer und im Hotel- und Gastronomiebereich, haben die derzeitigen Pandemievorgaben durch rigorose Handelssperren, teilweise heftigen negativen Einfluss auf deren Verwertungen. In Irland, wo bekanntlich die milchwirtschaftlichen Unternehmen gut von der Ausfuhr auf den Kontinent und nach England verdienen, haben nun die Einschränkungen des Außenhandels großen finanziell ungünstigen Einfluss auf die Milchpreise gezeigt. Etwas stabiler erweisen sich noch die Preisentwicklungen in Deutschland und in Frankreich.

Die Milchpreise der europäischen Molkereien haben bereits schon leicht „fiebrig“ auf den Corona-Virus reagiert. Da, aufgrund der Corona-Pandemie, die Handelsbeschränkungen so richtig erst im Monat März 2020 weltweit Auswirkungen zeigten, reagierten ab dieser Zeit auch die globalen Produktpreise der Milchstandardprodukte sehr negativ. Je nachdem, welche Exportanteile die Molkerei in ihrer Produktpalette hat, sind die Folgen in der Preisausrichtung unterschiedlich stark spürbar.

Auch in Übersee haben die Milchpreise die volle Härte der Beschränkung durch den Corona-Virus erfahren müssen. In den USA wurde der Handel von Milchprodukten, vor allem für die System-Gastronomie ausgebremst, so dass dort die Preise der Milchprodukte rasant eingebrochen sind. Infolgedessen wurde keine Milch mehr auf dem Sportmarkt geordert. Dieser Marktbereich hatte sich eigentlich im vergangenen Jahr und zu Beginn diesen Jahres sehr gut entwickelt. Von über 40 Cent pro Kilogramm Milch (November 2019; 46,12 Cent pro Kilogramm Milch), ist nun der Verkaufswert unter die 30-Cent-Linie auf 29,75 Cent pro Kilogramm Milch gefallen.

Etwas stabiler scheint doch die Lage im globalen Handel zu sein. Trotz verminderter Handelsgeschäfte und geringerem Handelsumfang, hat die Fonterra in Neuseeland im Monat April ihren Milchpreis gegenüber dem März 2020 nur geringfügig verändert. Dieser befindet sich immer noch bei über 31 Cent pro Kilogramm Milch.

Anmerkung/Änderung der Betriebsgröße/Neue Molkerei:
* Der niederländische Bauernverband LTO hat mit der Veröffentlichung der Zahlen des Monats April 2020 mitgeteilt, dass nur noch die Milchpreiswerte auf der Berechnungsbasis von einer Betriebsgröße von 1.000 Tonnen Jahresanlieferung veröffentlicht werden. Da, so die LTO, die Preisunterschiede zwischen den Betriebsstrukturen von 500, 1.000 und 1.500 Tonnen, nur sehr geringe Abweichungen aufweisen, werden nur noch die Zahlen der 1.000 Tonnen-Betriebsgröße zur Berechnung herangezogen. Überdies werden die zusätzlichen Zahlungen mit Sonderzuschlägen, welche in den letzten Jahren immer häufiger angewendet wurden, extra ausgewiesen. Da diese neuen Werte erst in diesem Monat bekannt gegeben wurden, kann ein mehrjähriger Vergleich gegenwärtig noch nicht durchgeführt werden. Die aktuelle Aufstellung wird demzufolge nur im Jahr 2020 mit den aktuellen Milchpreisen geführt.

Die LTO ab März 2020 in der Milchgeldausweisung eine weitere Molkerei aufgenommen. Die Milchpreise der, nach Lactalis, zweitgrößten Molkerei in Spanien CAPSA Food, werden nun ebenfalls veröffentlicht. Die Genossenschaft befindet sich im Nordwesten Spaniens und erfasst circa 900 Millionen Kilogramm Milch. Der Milchpreis von CAPSA Food setzt sich aus einem A- und einem B-Preis zusammen. Der A-Preis gilt für 70 Prozent der gelieferten Milch und wird vierteljährlich festgelegt. Während der B-Preis (für die anderen 30 Prozent) auf Marktentwicklungen wie Butter- und Magermilchpulverpreise basiert und daher monatlich variiert. Einen ähnlichen Wert kennen wir in Deutschland als Kieler Rohstoffwert.

LTO-Milchpreise
LTO-Milchpreise mit Jahresvergleich
Globale Milchpreise
LTO Milchpreis-Tabelle

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