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Konsummilchkontrakte: Preise nur moderat erhöht

Eine wirkliche "Preisrallye" sieht anders aus: Mit Beginn dieser Woche hat der Lebensmitteleinzelhandel die Preise für Konsummilch angehoben. Angesichts der bekannt guten Marktdaten nur um bescheidene 3 Cent sowohl für die Vollmilch wie auch für die fettarme Variante. Branchenprimus Aldi hat am heutigen Montag bei seiner jetzt bundesweit gelisteten Eigenmarke "Milsani" mit der Preisanpassung begonnen, die Wettbewerber werden wie gewohnt und in gleicher Höhe nachziehen. Fortan muss der Verbraucher für die Milchen der Eigenmarken des Handels 83 Cent für den Liter Vollmilch und 75 Cent für den Liter fettarme Milch, jeweils für die Varianten Frisch-, ESL und H-Milch bezahlen.

Der Lebensmitteleinzelhandel "spielt" weiter mit seinen Marktpartnern, mit den Molkereien und letztendlich mit den Milcherzeugern. Im vergangenen Jahr wurde der Beginn der Kontraktlaufzeit um zwei Monate von Mai auf Juli verschoben. Und die dann umgesetzte Preiserhöhung bei Konsummilch von nur 1 (!) Cent waren kaum der Rede wert, angesichts der Anforderungen, die mittlerweile "vom Markt" an die Erzeugung von Milch gerichtet werden. In den vergangenen Monaten hat sich nun der Milchmarkt dermaßen stabil entwickelt, mit historischen Höchstwerten bei nahezu allen einschlägigen Marktparametern, dass ein viel deutlicher Preissprung zu erwarten gewesen wäre. Und er wäre nicht nur marktkonform gewesen, sondern auch existenziell notwendig für die Milcherzeuger: Denn auch die Kostenseite, von der für die Milcherzeugung notwendigen Energie bis zu den Betriebs- und Futtermitteln, erreicht mittlerweile Höchststände, die die Ende vergangenen Jahres auf über 40 Cent netto angestiegenen Milchauszahlungspreise stark relativieren.

Dass der Lebensmitteleinzelhandel in anderen Bereichen bei Preiserhöhungen weniger zimperlich vorgeht, beweist seine jüngste Preiserhöhung im Produktbereich "Konfitüren". Die Preise des Eigenmarkensortiments wurden vergangene Woche um satte 25 Prozent angehoben. Nur bei den höchst preissensiblen Milchprodukten scheint dies einfach nicht möglich, nicht gewollt zu sein! Und dabei setzt der Handel doch gerade bei Trinkmilch vermehrt, sogar ausgelobt auf "100 Prozent Herkunft Deutschland"! Im Milchbereich passen Erwartungshaltung und Honorierung schon lange nicht mehr zusammen!

 

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