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Kerrygold: Bei Butter gelten eigene Handelsgesetze

Dass abgepackte Butter als 250 g Ziegel einer der am meisten verwendeten Lockvogelprodukte des Mopro-Sortiments im abgelaufenen Jahr war, dürfte nicht nur eine Annahme, sondern auch statistisch erwiesen sein. Neu war aber, dass etablierte Molkereimarken, von denen es auch einige bekannte von bayerischen Verarbeitern gibt, als Wochenaktion deutlich unter dem so genannten Preiseinstiegsniveau der Deutschen Markenbutter, Eigenmarken des Lebensmitteleinzelhandels angeboten wurde. Aktuell liegt diese Preisschwelle - seit der letzten Preiserhöhung zum 2. November 2021 - bei 1,65 Euro/250 g für Eigenmarken wie "Milsani" (Aldi), Milbona (Lidl), oder "Gut & Günstig" (Edeka).

Wenig Beachtung hat bisher gefunden, dass der Lebensmitteleinzelhandel, die regulären Listenverkaufspreise für Markenprodukte auch im Milchbereich zum Teil kräftig angehoben hat. In diesem Monat wurde dies bei der irischen Marke "Kerrygold" wieder einmal ziemlich konsequent durchgezogen. Hierzulande werden Produkte von "Kerrygold" bekanntlich durch die Ornua Deutschland GmbH vertrieben. So hat Branchenprimus Aldi, bei dem in der jüngsten Vergangenheit auch starke Marken einen dauerhaften Listenplatz erobert haben, die Endverbraucherpreise für 250 g Kerrygold Butter, eine original irische Butter aus irischer Weidemilch, von 2,49 Euro auf 2,89 Euro angehoben. In gleicher Weise erfolgte dies für Kerrygold extra, einem Misch-Streichfett aus Butter und Rapsöl, von bisher 2,29 Euro auf 2,69 Euro/250 g.

Wie üblich haben viele Wettbewerber, von Lidl bis zu Penny, umgehend nachgezogen, andere werden dies eher zögernd und zeitversetzt noch tun. Aber trotz so mancher Machtverschiebung zwischen den Lebensmittelhändlern bleibt Aldi weiter der Orientierungspunkt für die Preisfestsetzung. Der Handel wird sich auch bei der neuen Preisfestsetzung für die Marke Kerrygold strategisch etwas gedacht haben. Denn durch das neue Listenpreisniveau hat sich der Abstand zum Preis der LEH-Eigenmarken Butter wieder deutlich auf über einen Euro bewegt. So manche Verbraucher scheuen bei Überschreiten dieser Schwelle wie das Springpferd vor dem Wassergraben.  

Um zumindest in den kommenden Wochen einer möglichen Kaufzurückhaltung beim preissensiblen Verbraucher entgegen zu wirken, haben die Lebensmittelhändler in der laufenden Woche eine massive Rabattaktion mit Butter von Kerrygold ausgerufen. Ein Zufall oder händlerische Telepathie? So bietet Kaufland aus der Schwarz-Gruppe vom 16. bis 24. Dezember Kerrygold Butter für 1,29 Euro statt für 2,29 Euro/250 g an. Ebenfalls für nur 1,29 Euro/250 g liegt Kerrygold extra im Kühlregal. Lidl, ebenfalls aus dem Hause Schwarz, lässt bei Kerrygold Butter die Preise noch stärker purzeln: Statt des neuen Preises von 2,89 Euro gibt es einen Wochenrabatt von satten 55 Prozent, auf 1,29 Euro. Auch andere Händler haben in der laufenden Woche die Marke Kerrygold als Rabattartikel auserkoren: Bei Netto Markendiscount, auch bei dessen "Mutter" Edeka, bei Rewe oder auch beim bayerischen Regionalhändler Feneberg geht es aber vergleichsweise moderat zu: Dort liegt das Wochenpreisangebot für Kerrygold Butter und meist auch für Kerrygold extra bei nur 1,39 Euro/250 g.

Während der deutsche Lebensmittelhandel sich im Fleischbereich derzeit bei den "D-Auslobungen", also Herkunft in jedem Erzeugungs- und Verarbeitungsschritt komplett deutsch, fast überschlägt und auch der Verbraucher bei Umfragen seine regionale Affinität bei Einkäufen und die Notwendigkeit weiterer Informationen wie einer Weiterentwicklung der  Herkunftskennzeichnung zum Ausdruck bringt, sieht die Realität ganz anders aus: Bei solchen "billigen" Preisangeboten wie diese Woche bei der Marke Kerrygold werden die Verbraucher wieder mindestens genauso schnell schwach wie die irische Butter (vermeintlich) schneller streichfähig ist. Durchaus anzunehmen: Denn wenn derartige Preisnachlässe nicht ihre durchschlagende Wirkung auf den Verbraucher entfalten würden, würden diese vom Handel auch nicht in dieser Weise Woche für Woche "gefahren".

 

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