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Global Dairy Tender (GDT): Auktion vom 21. April 2020

Die im vierzehntägigen bzw. dreiwöchigen Rhythmus stattfindende internationale Handelsplattform GDT (Global Dairy Trade) für Milchstandardprodukte, veröffentlicht die durchschnittlichen Werte, der am Weltmarkt verkauften Milchprodukte des Commodities-Bereichs (verschiedene Milchpulversorten, Chester, sowie diverse Butterprodukte). Beteiligt sind überwiegend größere international handelnde Molkereiunternehmen wie Fonterra, Dairy America, Amul, Arla, Eursérum, Murray Goulburn.


GDT Ergebnisse: Der Ölpreis beeinflusst den Milchmarkt
Die Handelsergebnisse des Global Dairy Tenders vom 21. April 2020 zeigen in fast allen Milchproduktsegmenten einen Rückgang der Preise an. Der Durchschnittspreis der sogenannten Mischtonne aus den Verkaufserlösen von Milchfett, Milchpulver und Käse zeigt nun einen Wert von 2.836 $ pro Tonne. In der vorherigen Auktion am 07. April 2020 erzielten die Produkte noch einen Wert von 2.969 $ pro Tonne. Dies bedeutet somit eine Minderung von 4,5 Prozent.

Bis auf die Milcherzeugnisse Cheddarkäse, Laktose und Casein, die ein Plus im Handelspreis erreichten, haben sich die GDT-Verkaufspreise von Milchfett und Milchpulver in einer Bandbreite zwischen 3 bis fast 7 Prozent reduziert.

Nicht nur die Handelshemmnisse durch die Corona-Pandemie, sondern auch der daraus resultierende „Energiesparmodus“, der zu Einsparungen an Erdöl führt, übt weiterhin Druck auf die globalen Marktpreise der Milchprodukte aus. Obwohl zum vorherigen Termin, am 07. April 2020, bei Butter und Käse bereits eine festere Markttendenz erwartet wurde und nur Pulver noch eine gewisse Marktschwäche aufwies, mussten beim aktuellen Handelstermin alle Milchproduktbereiche preislich eine Kürzung hinnehmen.

Es liegt die Vermutung sehr nahe, dass die gesunkenen Erdölpreise eine gewisse Kaufzurückhaltung der erdölexportierenden Staaten bewirkten und dadurch einen zusätzlichen Druck auf den Milchmarkt ausüben. Denn die Einnahmequelle aus dem Rohölverkauf finanziert oft einen großen Anteil des Staatshaushaltes dieser Länder. Erfahrungsgemäß kaufen sehr viele Staaten mit einem großen Exportanteil an Rohöl auch größere Mengen von Milchprodukten ein. Verringert sich nun die finanzielle Unterstützung aus dem Rohölgeschäft, reduziert sich auch das Budget dieser Staaten. Dies führt im Gegenzug zu einer Kaufkraftschwäche, was sich auch auf den Einkauf von Milchprodukten auswirkt.

Beispielsweise sind der Nahe Osten und Nordafrika für den europäischen Milchmarkt immer interessante Kunden gewesen. Im Jahr 2019 kauften diese Regionen gut 20 Prozent des weltweiten Butter- und Magermilchpulverangebotes sowie rund 15 Prozent des weltweiten Käsebedarfes auf. Die erdölproduzierenden Staaten (OPEC) haben zwar zusammen mit Russland und Mexico eine Drosslung der Erdölförderungen beschlossen, dennoch wurden diese Länder von dem raschen Preisrückgang des schwarzen Goldes schneller konfrontiert als sie erwartet haben. Die Kontaktsperren, die heruntergefahrene Industrie in Europa, China und in den USA sowie die vielen Beschäftigten die ihre Arbeit von zuhause aus erledigen, reduzierten auch den Bedarf an Treibstoff und Heizenergie. Infolgedessen entstand ein Überangebot an Rohölofferten. Der Höhepunkt zeigte sich  letzte Woche, als kurzzeitig die Käufer mit einem geldlichen Zuschuss beim Einkauf von Rohöl belohnt wurden. 

Die statistische Analyse der Verkaufspreise von Milchprodukten auf dem globalen Markt und den Rohölabschlüssen (Brent) offenbart seit Jahrzehnten leider eine deutliche Parallelität zwischen diesen Marktsparten an.

GDT Tender 21.04.2020
Magermilchpulver und Ölpreis

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