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EU Drittlandexport April 2020

Unterschiedlicher Absatztrend
Die Ausfuhr von Milchprodukten der Europäischen Union in die Drittländer weist in den ersten vier Monaten eine unterschiedliche Entwicklung auf. In Zeiten der Corona-Pandemie ist der Handel mit Waren, sei es von landwirtschaftlichen Erzeugnissen oder auch von industriellen Handelsgütern allgemein schwierig geworden, da von vielen Staaten Handelseinschränkungen erfolgt sind. Die Angst der Regierungen vor dem Ansteckungsrisiko ihrer Bevölkerung mit Covid-19 ist so groß, dass strikte Kontaktvorgaben die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen vielen Ländern derzeit auf Minimum reduzieren. Infolgedessen offenbart sich auch der Transfer von Milchprodukten, sei es innerhalb der Europäischen Union oder in die Drittstaaten bereits im Monat März aber vor allem im April 2020 im Vergleich zu den zurückliegenden vergleichbaren Jahren, als rückläufig.

Dennoch zeigt sich in der Auswertung der Handelsbilanz ein unterschiedliches Bild der Marktströme. Entgegen der Erwartung gab es, trotz aller negativen Berichte, erfreuliche Absatzentwicklungen. Im Verkauf auf der Verliererseite, befindet sich eindeutig das Magermilchpulversegment und besonders auch die Kondensmilch. Mit 280.000 Tonnen wurde annährend 65.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr weniger Magermilchpulver abgesetzt. Dies ist eine Verringerung von 18,8 Prozent. Dazu muss erwähnt werden, dass Magermilchpulver im vergangenen Jahr einen regelrechten Nachfrageboom erleben konnte und es insofern schwer ist, auch im Jahr 2020 diesen Umsatz zu erreichen. Vergleicht man die Exportentwicklung des Jahres 2020 mit der von 2018, so erhöhten sich die Verkaufsmengen von Magermilchpulver im Jahr 2020 sogar um 27.200 Tonnen. Ebenfalls etwas geringer im Volumen wurden Käse und Kondensmilch abgesetzt. Käse wurde mit 413.000 Tonnen und damit um 4,9 Prozent weniger exportiert. Bei der Kondensmilch verringerte sich die Ausfuhrmenge von 126.300 Tonnen im Jahr 2019, um 19,2 Prozent auf 102.100 Tonnen. Zum Käseexport muss aber angemerkt werden, dass bei dieser rückläufigen Tendenz nun auch die Ausfuhren des Vereinigten Königreiches in die Drittlandstaaten mit berücksichtigt werden müssen. Da auf der Insel ebenso strikte Pandemievorgaben herrschen, ist dort der Außerhausverzehr an Käse relativ rasch und heftig eingebrochen. Demzufolge ist der Einbruch des gesamten Käseabsatzes hauptsächlich dem fehlenden Absatz von England anzurechnen.

Trotz der Corona-Krise verbessert hat sich der Handel mit Butter, Molken- und Vollmilchpulver sowie mit Milch und Sahne. Eine erfreuliche Handelsbilanz erreichten dabei Butter, Vollmilch- und Molkenpulver wie auch die Frischmilch. Mit sehr guten Verbesserungen zeichnet sich Milchfett aus. Fast 30.000 Tonnen mehr Butter und Butteröl wurden im Jahresvergleich verkauft. Der kumulierte Absatz lag im ersten Jahresdrittel bei 112.500 Tonnen, ein Plus von 36,2 Prozent. Im geringeren Umfang, aber mit ansprechendem Trend, erweisen sich die Verkäufe bei einem Teilbereich von Milchpulver und von Frischmilch. Molkenpulver erreichte eine Verbesserung von 8,3 Prozent, Vollmilchpulver von 6,8 Prozent und die Frischmilch 1,8 Prozent.

Anmerkung: Vergleichbarkeit der EU-Drittlandexportstatistik
Da zum 31. Januar 2020 das Vereinigte Königreich (UK) aus der Europäischen Union ausgetreten ist, wird die Exportstatistik mit 27 EU-Staaten weitergeführt. Bedauerlicherweise wurde in der aktuellen Statistik nur begrenztes Zahlenmaterial veröffentlicht. Infolgedessen können die Werte des laufenden Kalenderjahres 2020 nur mit denen des Jahres 2019 verglichen werden. Langfriste Auswertungen sind daher nur mit den Werten der 28 EU-Staaten möglich. Aus diesem Grund kann es zu kleineren Abweichungen kommen, diese halten sich aber in Grenzen, da das Vereinigte Königreich eher ein Importland ist und nur sehr wenige Exporte in Drittländer durchgeführt hat.

 

EU-Drittlandexport Stand April 2020

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