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Doppeltes Preisdumping bei NETTO: Butter 1 Euro, fettarme Milch 49 Cent!

Am kommenden Montag lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu einem Spitzentreffen ins Kanzleramt ein. Thema: Billig-Lebensmittel und das ständige nochmalige Unterbieten von bereits ausgelobten "absoluten Tiefstpreisen". Und als ob es überhaupt noch eines Beweises für das "nachhaltig praktizierte" unsägliche Preisdumping von Lebensmitteln gebraucht hätte, liefert der LEH auch in der laufenden Woche stichhaltige Argumente.

Im Norden Deutschlands hat es in dieser Woche bereits Proteste von Milchbauern vor Auslieferungslagern bei EDEKA gegeben, weil über die dortige Regionalgesellschaft Edeka Minden-Hannover mit freundlicher Unterstützung des Ober-Komikers Otto Waalkes mit dem sehr zweideutigen und doch eindeutigem Slogan "Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten" geworben wurde. Gemeint war nach Angaben von Edeka "natürlich" nur der kleine Ort Essen bei Oldenburg. Wer´s glaubt!

Keinen Deut besser, auf jeden Fall aber eindeutiger geht in der laufenden Woche die Tochter von "EDEKA Wir-lieben-Lebensmittel" vor, der Markendiscounter NETTO: Dieser ist sich nämlich nicht zu schade, in der aktuellen Woche gleich zwei seiner Eigenmarken aus dem Sortiment Molkereiprodukte nochmals, wenn auch nur befristet, billiger anzubieten. So wird die Deutsche Markenbutter der Eigenmarke  Gutes Land, seit Oktober vergangenen Jahres für 1,39 Euro/250 g im Kühlregal, an den beiden letzten Tagen dieser Woche für gerade mal 1 Euro (minus 28 Prozent) angeboten. Das ist besonders ärgerlich, weil sich die Preise für Butterfett in den letzten Wochen deutlich stabilisiert haben, sowohl die Blockbutter an der Kemptener Börse wie auch Butterfett bei der letzten Auktion der Internetplattform Global Dairy Tender (GDT) in Neuseeland. Zudem standen in den vergangenen Tagen auch wieder die Kontraktverhandlungen zwischen den Molkereien und dem LEH an - für die neuen Butterkontrakte, die ab 1. Februar Gültigkeit haben werden. NETTO hat sich damit mit seiner Aktion bei Markenbutter als Wiederholungstäter erwiesen: Bereits im Oktober, als die Eigenmarke ebenfalls schon 1,39 Euro/250 g gekostet hat, wurde diese für eine Woche auf 1,11 Euro/250 g (minus 20 Prozent) verbilligt. Und rechtzeitig vor dem Termin bei Frau Merkel hat NETTO gezeigt, dass es eben noch billiger geht, übrigens dank des aktuellen "Testimonials" Peter Zwegat, bekannt als TV-Schuldnerberater und jetzt mit erhobenem Zeigefinger "Sparberater" bei NETTO. Und damit nicht genug: Auch die fettarme H-Milch der NETTO-Eigenmarke wird gleich die komplette Woche nochmals verbilligt: 0,65 Cent ist der aktuelle Preis der Eigenmarken der Discounter und Lebensmittelhändler und wird nochmals herabgesetzt, der Liter kostet befristet weniger als einen "halben Euro", magere 0,49 Euro.

Man darf gespannt sein, welche Ergebnisse der Gipfel kommende Woche bei Frau Merkel bringt. Die Erzeugerseite hofft stark, dass die Bundeskanzlerin "dem Lebensmitteleinzelhandel auch (an)schafft", ein bisschen zumindest, als ersten Schritt.

 

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