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Die nächste "fette" Preisklatsche: Sahnejoghurt!

Der Ärger und das Unverständnis über den Butterabschluss zu Beginn des Jahres mit einer nicht marktkonformen, massiven Preisrücknahme des Lebensmitteleinzelhandels bei den abgebenden Molkereien und einer nur moderaten Anpassung in den Verkaufsregalen ist noch nicht verraucht, geschweige denn vergessen. Jetzt ist vom deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in dieser Woche die nächste marktunlogische Preisdruckaktion durchgezogen worden: Der beim Verbraucher sehr beliebte Sahnejoghurt, Eigenmarken des LEH, ist bis Mitte der Woche nach VMB-Recherchen flächendeckend um fast 20 Prozent verbilligt worden.

Neben dem Liter Konsummilch und dem 250 g Stück Deutsche Markenbutter ist auch der Sahnejoghurt mit Früchten, im Frischebereich einerseits ein Standardprodukt. Andererseits wird dieser Becher seit Jahren beim Handel als eben beliebtes Produkt bei den wöchentlichen Angeboten massiv als Lockvogelangebot eingesetzt. Die Wochenrabatte haben in jüngster Vergangenheit allerdings ein Ausmaß angenommen, mit dem die Wertung "Lockvogelangebot" seine volle Berechtigung hat. Konkret: Der Sahnejoghurt der bekannten Markenartikler, ein Großteil davon am Standort Bayern, liegt derzeit in der Preiskategorie von 65 Cent für den 150 g Becher, in den Regalen. Die Wochenangebote meist mehrerer Händler gleichzeitig lassen den Preis dann befristet um plus/minus 50 Prozent absinken, liegen dabei mit 29 bis 33 Cent sogar unter dem händlerübergreifenden Preis für Sahnejoghurt der Eigenmarken. Dessen Endverbraucherpreis (EVP) war seit längerer Zeit bei 35 Cent pro 150 g Becher festgezurrt. Sowohl das Ausmaß der befristeten Preisnachlässe (zuletzt sogar mit befristeten Preisnachlässen bis 60 Prozent) wie auch die unübersehbare Frequenz, mit der dieses Frischeprodukt Woche für Woche im Angebot steht, ist bereits ein schwerer Schlag gegen die bekannten Molkereimarken. Und jetzt die Preisrücknahme bei den Eigenmarken um 6 Cent, auf jetzt nur noch 29 Cent für den 150 g Becher.

Daraus stellen sich erneut die Fragen nach dem Hintergrund der neuerlichen Preisdruckaktion. Ähnlich wie bei Butter gibt die Marktentwicklung der Fettseite überhaupt keinen Anlass für diese Preisrücknahme. Im Gegenteil: Der Fettmarkt hat sich in den vergangenen Wochen weiter erholt, die Bezahlung der Fetteinheit ist bereits über die Marke von 4 Cent gesprungen. Die Fettseite ist deswegen von Bedeutung, da im Sahnejoghurt etwa 10 Prozent Fett im Milchanteil enthalten sind. Neben der grundsätzlichen Frage nach den Gründen ist aber auch dem Verbraucher bald nicht mehr zu vermitteln, warum inzwischen der Sahnejoghurt eines Markenartiklers um etwa 55 Prozent teurer ist als die Eigenmarken der gleichen Hersteller. Neben Fairness spielt bei der Vermarktung und Auslobung der Produkte auch die Logik und Vertrauen eine Rolle, sollte man meinen.

 

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