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DBV-Fachausschuss Milch im hohen Norden

Auf Einladung des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. traf sich der DBV-Fachausschuss Milch Ende vergangener Woche in Schwerin, der dortigen Landeshauptstadt mit insgesamt 12 Seen innerhalb des Stadtgebietes. An dieser Sitzung nahmen auch VMB-Vorsitzender Wolfgang Scholz und die Geschäftsführung teil. Den Auftakt bildete ein Besuch auf dem Betrieb des langjährigen Mitgliedes im DBV-Fachausschuss Milch und Fachbeirat QM-Milch, Gerd Göldnitz, der AGP-Agrarproduktionsgesellschaft mbH in Lübesse, Landkreis Ludwigslust-Parchim. Über diesen Betrieb mit - unter anderem – 1.000 Milchkühen und etwa 10.000 kg Herdenleistung wird noch separat zu berichten sein.

Im fachlichen Teil beschäftigte sich der Ausschuss sehr intensiv mit dem Milchmarkt. Bereichsleiter Andreas Gorn von der AMI konnte von einem derzeit insgesamt ausgeglichenen Milchmarkt berichten. Die Eiweißseite hat sich nach Räumung der öffentlichen Intervention gut erholt und sieht sich weiter im Aufwind. Die Fettseite, die in den beiden letzten Jahren unzweifelhaft Treiber und Stabilisator des Milchpreises war, ist derzeit alles andere als stabil und sehr uneinheitlich. Nach Abschluss der Kontraktverhandlungen der gelben und der weißen Linie bei weiterhin moderaten Milchanlieferungen kann im weiteren Verlauf des Jahres zumindest mit durchschnittlich stabilen Milchpreisen gerechnet werden. Dass bekanntermaßen eben nicht nur die Milchmengen, sondern auch andere Einflüsse auf den Milchmarkt einwirken, macht eine Prognose alles andere als leicht. Diskussionsstoff bot unter anderem die Entwicklung im Bereich Käse: Einerseits wird der Käsemarkt seit Monaten als sehr stabil mit guter Nachfrage bei kaum vorhandenen Beständen beschrieben, andererseits mussten bei den Kontraktverhandlungen im März gerade bei dieser Verwertung gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel Preiszugeständnisse im Standardsortiment gemacht werden.

Zur zukünftigen Gestaltung der EU-Marktorganisation lehnten die Mitglieder des Fachausschusses die Vorschläge des EU-Parlamentes ab, welche elementare Änderungen und in der Wirkung auch nicht abzusehende Auswirkungen der öffentlichen Intervention sowie zentrale Eingriffe in die einzelbetrieblichen Erzeugungsmengen nach sich ziehen würden. Begrüßt wurde hingegen die vom EU-Parlament angestrebte Anhebung der Größenbeschränkung für Milcherzeugervereinigungen wie der Bayern MeG von derzeit 3,5 auf dann 4,5 Prozent der EU-Milchmenge, gleichbedeutend mit einer Bündelungsmöglichkeit von dann etwa 6 Mio. t Milch. Da bekanntlich Krisen keinen Kalender kennen, wurde auch die flexible Handhabung der Intervention mit Ausweitung auf das gesamte Jahr positiv bewertet. Nur kurz gestreift wurde vom anwesenden Vertreter des BMEL die Fortentwicklung des Milchgüterechts (ehedem "Milch-Güteverordnung"). Sie befindet sich nun auf der Zielgeraden, was auch immer das am Ende eines zeitlichen Marathonlaufes bedeutet.

Im internen Teil ohne Gäste waren die Hauptthemen die Weiterentwicklung von QM-Milch nach Integration von Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels in den Fachbeirat sowie die laufenden Arbeiten im Milchsektor zur Erarbeitung einer Sektorstrategie Milch 2030. Gerade das letzte Thema wird die gesamte Milchbranche in den kommenden Monaten noch sehr  intensiv beschäftigen.

 

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