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Butterpreise: Corona bringt dem Handel Marge

Butterpreise: Corona bringt dem Handel Marge
Da hat sich der VMB diesmal aber gewaltig geirrt! Vergangene Woche haben wir an dieser Stelle über den neuen Monatskontrakt für Butter zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) berichtet. 30 Cent pro Kilogramm erhalten die Molkereien bekanntlich mehr. Angesichts der Vorgänge im März 2020, sind wir davon ausgegangen, dass der LEH den Verbraucherpreis nicht verändert. Eine Fehleinschätzung! Aufschlag gleich um 10 Cent, das 250-g-Päckchen, mildgesäuert bzw. Süßrahm, liegt seit dem gestrigen Montag für 1,45 Euro im Kühlregal. Auch der Preis für die 250 g Packung Milchmischfett wurde auf den gleichen Betrag angehoben, Biobutter verblieb bei ihrem bisherigen Preisniveau von 2,29 Euro.


Aufgrund der Verunsicherung rund um den Coronavirus Sars-CoV-2 stellen sich auch Erzeuger die bange Frage, welche Auswirkungen denn diese Pandemie wohl auf ihre Betriebe, auf ihre Erzeugerpreise haben wird. Für die Milcherzeuger ist dies nicht möglich, weil die Molkereien aufgrund unterschiedlicher Absatzkanäle auch sehr unterschiedlich betroffen sind. Pauschal und seriös lassen sich solche Fragen derzeit nicht beantworten, das hat der VMB in den letzten Wochen immer wieder bei entsprechenden Anfragen klargestellt. Während im Lebensmitteleinzelhandel die Nachfrage der Privathaushalte zum Teil explodiert ist, werden die Nachwirkungen Richtung Gemeinschaftsverpflegung und Export wohl so schnell nicht behoben sein.


Nun steht seit Monatsbeginn der neue Kontraktabschluss für das Preiseinstiegssegment "Deutsche Markenbutter" fest: 30 Cent pro Kilogramm zahlt der Handel den Molkereien mehr, die 26 Cent pro Kilogramm Preisrücknahme aus dem Märzkontrakt wurden damit kompensiert. Soweit, so gut! Interessant ist nun aber, wer nun der Gewinner in der Wertschöpfungskette ist und für sich im wahrsten Sinn des Wortes "den Rahm abschöpft": Leider wieder einmal nur der LEH! Beim Märzkontrakt sah man von Handelsseite, angesichts der Sorge um eine ausreichende Lebensmittelversorgung und folgender Hamsterkäufe der Verbraucherschaft, keine Veranlassung auf eine Preiskorrektur nach unten. Der Verkaufspreis wurde - ganz unüblich bei Butter - bei 1,35 Euro/250 g belassen, die Marge genehmigte sich der LEH selbst. Und jetzt ist am gestrigen Montag der Branchenführer Aldi vorgeprescht und hat - mit Rückenwind der nachfragestarken Osterfeiertage - nochmals nachgelegt: Mit einer Steigerung des Verbraucherpreises um 10 Cent/250 g-Ziegel auf aktuell 1,45 Euro hat man die eigene Marge nochmals um 10 Cent erhöht - und liegt damit über dem neuen Kontraktabschluss! Aus Erzeugersicht muss man deshalb konstatieren: Die derzeit große Verunsicherung beim Verbraucher bringt (nur) dem Handel bei Butter "fette" Einnahmen!

 

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