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Butter: Verbraucher kann dick auftragen für wenig Geld

Dass der Preis immer noch einer der wesentlichen Faktoren für die Kaufentscheidung der Verbraucherschaft ist, kann allen Beteuerungen um die vermeintlichen Kauftrends wie Regionalität, Tierwohl und Nachhaltigkeit zum Trotz nicht abgestritten werden. Abgerechnet wird bekanntlich an der Kasse und nicht am Mikrofon. Das wird sich leider auch durch die Corona-Pandemie nicht signifikant, heißt nicht merklich ändern. Denn das Rein-Raus-Prinzip der guten Vorsätze funktioniert beim Verbraucher in seiner Funktion als Mensch nur zu gut - oder zu schlecht, aus Erzeugersicht. Die aktuelle Käufergeneration ist nun einmal geprägt von Preisaktionen, die durchaus Bestandteil der Marktwirtschaft sind. Aber gerade das gute Stück Butter, mit ihrer Verwandtschaft "Streichfette", mit extremen marktbedingten Preisschwankungen und in gleicher Weise massiven Preisaktionen bezüglich Frequenz und Ausmaß ist geradezu ein Paradebeispiel für diese Einschätzung.

In der abgelaufenen Kalenderwoche war dies im bundesdeutschen Lebensmitteleinzelhandel wieder besonders krass zu beobachten. Während Mitte letzter Woche die "Billigbutter", soll heißen Deutsche Markenbutter als Eigenmarke des Lebensmitteleinzelhandels um 14 Cent auf aktuell 1,39 Euro verteuert werden musste, tummeln sich in den aktuellen Angebotsprospekten wieder bekannte Marken, preislich befristet für eine Woche oder wenige Tage, mehr oder weniger stark unter dem aktuellen so genannten "Einstandspreis" der Eigenmarken.

Wie vergangene Woche bereits berichtet, schießt in dieser Woche Lidl den "Preisvogel" ab: Das gesamte Buttersortiment von Mergle in den 250-g-Packungen wurden für 1,11 Euro ins Kühlregal gestellt, 49 Prozent unter dem üblichen Verkaufspreis. Auch Edeka hat eine bekannte bayerische Buttermarke, das Sortiment aus Weihenstephan für 1,29 Euro/250 g im Angebot. Ansonsten wird aber sehr stark mit Marken aus dem benachbarten EU-Ländern geworben: Auffällig dabei, dass "Frau Antje" aus den Niederlanden bei Netto mit 1,25 Euro/250 g angeboten wird, ohne Hinweis auf die "Einsparung". Bei Kaufland aus der Schwarz-Gruppe wird für die gleiche Marke beim ausgelobten Preis von 1,29 Euro/250 g, befristet an den Wochenendtagen, explizit darauf hingewiesen, dass es sich um eine Halbierung des Preises handelt. Dass auch die EU-Genossenschaft Arla in dieser Woche verstärkt mit ihrer bekannten Marke wirbt, genauso wie der pflanzliche Wettbewerber Rama, jeweils mit einer Preisersparnis von fast 50 Prozent, soll noch ergänzend angefügt werden.

Bei allen Aktionen stellt sich aber aus landwirtschaftlicher Sicht immer die Kernfrage: Kann bei all diesen massiven Preisaktionen der Verbraucher eigentlich noch den tatsächlichen Wert von Deutscher Markenbutter kennen? Wo der Wert nicht bekannt ist, ist kaum eine Wertschätzung für Erzeuger und das Produkt zu erwarten.

 

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