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Blauzungenkrankheit: Einstellung des BTV-Monitorings

Ende vergangener Woche wurde der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz davon in Kenntnis gesetzt, dass die BT-Monitoring Untersuchungen am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sofort eingestellt werden müssen, damit sich alle verfügbaren Laborkapazitäten auf die Coronavirus SARS-CoV-2 Untersuchungen konzentrieren können.

Seit fast einem Jahr führt das LGL ein BTV-Monitoring für Kälber aus Restriktionszonen durch, deren Muttertiere während der Trächtigkeit geimpft worden sind. Auch hier nimmt nun die Corona-Pandemie massiv Einfluss und hatte eine quasi-über-Nacht-Entscheidung zur Folge. Die Diagnostik-Kapazitäten erfahren eine andere Priorisierung, die Untersuchungen wurden mit sofortiger Wirkung am Samstag, 21. März eingestellt. Für diese Umsetzung ohne jegliche Vorankündigung wird seitens des LGL unter Hinweis auf die aktuellen Umstände um Verständnis gebeten. Die Folgen dieser kurzfristigen Entscheidung sind in etwa so, als Ministerpräsident Söder am Freitag, 13. März  verkündete, dass drei Tage später sämtliche Schulen und Kindergärten geschlossen würden - hier allerdings nur befristet bis 19. April. Die organisatorischen und finanziellen Probleme haben nun die Rinderhalter zu lösen!

Was bedeutet das jetzt für die Milchvieh- und Rinderhalter? Proben für die BTV-Untersuchungen können fortan an akkreditierte Labore übersandt werden. Allerdings weiß jetzt noch keiner so recht genau, in welchem Zeitraum die Untersuchungen durchgeführt werden können und ob eine zeitnahe Bearbeitung überhaupt möglich ist. Und: Die Kosten dieser Untersuchungen, die dem Vernehmen nach bei privaten Labors auf 10 bis 40 Euro geschätzt werden, sind durch den Tierhalter selbst zu tragen. Kälber werden halt nun mal laufend geboren und müssen zur weiteren Nutzung. z.B. zur Weitermast, zumindest innerstaatlich verbracht werden dürfen. Auf der Website, der LGL, auf der eine Reihe von Informationen für Landwirte, Tierärzte und Labore hinsichtlich des Verfahrens zu finden sind, wird noch ergänzend darauf hingewiesen, dass die Untersuchungspflicht weiterhin bestehen bleibt. Man möge sich diesbezüglich eben an die veterinärmedizinisch tätigen privaten Labore in Bayern wenden.

Mittlerweile hat sich auch der Bayerische Bauernverband eingeschaltet. Er fordert, dass auch künftig der Staat zumindest die Kosten der Untersuchungen tragen muss, unabhängig davon, ob diese nun an staatlichen Laboren durchgeführt werden können oder von privaten Laboren durchgeführt werden müssen.

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