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Aldi und Co.: Neuer Butterkrieg!!!

Schwarzer Tag für alle, die beim deutschen Lebensmitteleinzelhandel noch an die Kräfte von Angebot und Nachfrage geglaubt haben: Mit dem Glockenschlag des gestrigen 1. September hat Aldi nämlich zu Beginn der neuen Kontraktlaufzeit für Deutsche Markenbutter, Eigenmarken des Handels, die Regalpreise um sage und schreibe 56 Cent/kg nach unten gesetzt. Dass Aldi am ersten Tag nach einem Neuabschluss am Kühlregal bereits reagiert, war für die jüngste Vergangenheit ebenso ungewöhnlich, wie das Vorgehen von Norma: Noch am gleichen Tag (!) hat nämlich in der bekannten Reihenfolge der Nachahmer besagter Fürther Discounter mit einer Pressemeldung nachgezogen und - wie Aldi auch - eine breite Preissenkung bei Butter und butterhaltigen Erzeugnissen umgesetzt.

Store-Checks des VMB mit Testeinkäufen am Nachmittag des 1. September haben es dann auch bestätigt: Sowohl die mildgesäuerte Butter wie auch die Süßrahmbutter im 250-g-Ziegel wurde um jeweils 14 Cent verbilligt und liegen jetzt mit 1,35 Euro/250 g im Kühlregal. Wie immer wurden im Schlepptau von Preisänderungen bei Markenbutter auch die Mischfette preislich angepasst: Diese wurde aber in der 250-g-Einheit nur um 10 Cent reduziert, von bisher 1,39 Euro/250 g auf nun 1,29. Und quasi zur Krönung wurde auch das Butterschmalz der jeweiligen Eigenmarke im 500-g-Becher von bisher 4,79 Euro auf jetzt nur noch 4,49 Euro zurückgenommen. Allein die Eigenmarke für Biobutter blieb ungeschoren, kostet weiter 2,29 Euro/250 g. Interessant war dabei zu beobachten, dass in so mancher Norma-Filiale die alten Preise manuell durchgestrichen und die neuen behelfsmäßig mit Kugelschreiber daneben vermerkt waren: Ein Zeichen dafür, wie überfallartig und wenig vorbereitet die Preisaktion ausgelöst wurde!

Die derzeitigen Rahmendaten des Butter- und Fettmarktes geben ein diametral anderes Bild ab: Seit Monaten unterdurchschnittliche Milchanlieferung, bei deutlich niedrigeren Fettgehalten. Am Spotmarkt wird derzeit Rohmilch zu Preisen über 40 Cent/kg gehandelt. Die Rahmpreise befestigen sich seit Wochen beständig nach oben: Der Preis für die Fetteinheit liegt deutlich über 5 Cent! Und nicht zuletzt hat sich auch der Frühindikator Blockbutter in den vergangenen Wochen stabilisiert. Und das deutlichste Signal, dass der Fettmarkt derzeit in eine ganz andere Richtung tickt, gab es von der Notierungskommission der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten bei der amtlichen Preisnotierung am gestrigen 1. September: Die Notierung im unteren Preisbereich wurde von bisher 4,04 Euro/kg auf 4,14 Euro/kg angehoben. Marktkonform wäre also zumindest ein gleichbleibender Butterpreis beim Verkauf durch die Lebensmittelhändler gewesen, ohne dass diese mit einer etwas kleineren Gewinnmarge hätten am Hungertuch nagen müssen!

Auf welchem Niveau die Abgabepreise der Molkereien im Zuge des neuen Butterkontraktes festgelegt wurden, konnte noch nicht ermittelt werden. Nachdem aber wie bereits gesagt die Kemptener Notierungskommission am gestrigen Mittwoch die Butterpreise für das Preiseinstiegssegment mit Blick auf die positive Marktentwicklung hochnotiert hat und die Abgabepreise der Molkereien im Vorfeld also auch um diese etwa 10 Cent/kg angehoben werden konnten, dürfte die Ursache für diesen unglaublichen Preishammer allein beim Lebensmitteleinzelhandel zu suchen sein. Dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel, dem selbst ernannten Partner der deutschen Landwirtschaft!

 

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