6.12.2018

Neues von QM Milch e.V.

Workshop mit der Lebensmittelwirtschaft

Nach der Premiere im vergangenen Jahr fand am 19. November 2018 auf Einladung von QM-Milch e.V. ein weiterer Workshop mit Vertretern der Lebensmittelindustrie und des Lebensmitteleinzelhandels statt.
© lpstudio - Fotolia.de
Seit Herbst letzten Jahres sucht QM-Milch e.V. aktiv den Austausch mit diesen Unternehmen, um dem zunehmenden einseitigen Setzen von Produktionsstandards vor allem durch Akteure des Lebensmitteleinzelhandels entgegen zu wirken. Und erfreulich: Sie waren wieder fast alle gekommen, eine große Zahl von Mitgliedern und Gästen des Fachbeirates QM-Milch sowie Vertreter der führenden Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie (u.a. Nestle, Danone und Unilever) sowie Vertreter des Handels (u.a. Aldi, Lidl, Kaufland, Edeka und Rewe). Wegen der parallel stattfindenden Woche der Erzeuger und Vermarkter des Bayerischen Bauernverbandes in Herrsching und der Unabkömmlichkeit des Ehrenamtes war Bayern nur durch die VMB-Geschäftsführung vertreten.
 
Weiterhin vertreten waren im Workshop die Vertreterinnen des Thünen-Institutes in Braunschweig unter der Leitung von Prof. Hiltrud Nieberg sowie der Agentur "Land und Markt" in Hamburg, die als Projektpartner das als Ergänzung zu QM-Milch entwickelte QM-Nachhaltigkeitsmodul wissenschaftlich begleiten.
 
Seit März 2017 läuft mit derzeit 34 Molkereiunternehmen und deren Milcherzeugern, davon 10 aus Bayern, die so genannte Pilotphase mit dem im Vorfeld in langen Abstimmungsprozessen entwickelten - und aus bayerischer Sicht für den Einstieg zu umfangreichen - Fragebogen des QM-Nachhaltigkeitsmoduls. So wurden seitens der Projektpartner den Teilnehmern des Workshops erste Ergebnisse vorgestellt, die wenige Tage vorher bei einem Molkereitreffen zum Pilotprojekt Nachhaltigkeitsmodul von QM-Milch bereits analysiert wurden. Seit dem Start im März 2017 wurden annähernd 5.000 Datensätze bzw. Fragebogen durch das Thünen-Institut ausgewertet. Die Hälfte der Molkereien haben bereits Ergebnisberichte erhalten. Die Resonanz unter den Molkereien und auch deren Lieferanten wurde als sehr positiv dargestellt, es liegt eine hohe Rücklaufquote aus der Erhebung vor. Vorgestellt im Workshop wurden erste Ergebnisse zu den Schwerpunktthemen Ökonomie, Ökologie, Soziales und Tierwohl. Im Rahmen des Projektes wird auch die internationale Anschlussfähigkeit überprüft, bei einem Länder und teilweise Kontinent übergreifenden Agieren internationaler Konzerne wie Nestle, Unilever oder Ferrero und deren eigenen Nachhaltigkeitsinitiativen nahezu unabdingbar.
 
Der Workshop hat hoffentlich wieder dazu beigetragen, dass die Akzeptanz der Marktpartner speziell für das entwickelte QM- Nachhaltigkeitsmodul weiter zunimmt. Trotz unterschiedlicher Sichtweisen und trotz einer weiterhin langen "Wunschliste" in Richtung der Milcherzeugung werden aber der Standard QM-Milch und auch bereits das QM-Nachhaltigkeitsmodul zunehmend als Branchenstandard anerkannt. Es bleibt den Akteuren - auch den vermeintlich Stärkeren in der Wertschöpfungskette - eigentlich auch gar keine andere Wahl: Entweder eine Definition von Produktionsstandards im Milchsektor innerhalb einer Institution und Plattform wie QM-Milch oder eine nicht mehr zu überblickende "Buntheit" an Nachhaltigkeitssystemen, die keinem wirklich weiterhelfen würde.