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Wissenswertes

Verbraucher wollen heute mehr über die Herkunft und Erzeugung von Lebensmitteln wissen. Aus einer Situation der Überversorgung heraus haben sich in den letzten Jahren gesellschaftliche Strömungen bezüglich Ernährungsverhalten gebildet. Paleo, Vegan, Rohkost-Ernährung, Frutarier - die ideologischen Gesinnungen zur Ernährung sind vielschichtig. Vor dem Hintergrund wird deshalb das Thema "Tierwohl in der Nutztierhaltung" derzeit in Gesellschaft, Politik und Milchwirtschaft stark diskutiert.


Tierwohl im Anbindestall?

Die Hälfte der bayerischen Milchviehbetriebe hält ihre Kühe in Anbindehaltung, teils kombiniert mit Weidegang. Ein Blick auf die Vor- und Nachteile.

16 Milchkühe und deren Nachzucht hält die Familie Maier im Landkreis Miesbach in einem Anbindestall. Von Mai bis November gehen die Kühe täglich auf die Weide. Die Sommermonate verbringen sie auf den beiden Almen im Tegernseertal. Diese Haltungsform wird auch Kombinationshaltung genannt, da sie Anbindehaltung mit Weidegang verbindet. Im Alpenraum hat sich diese Form der Viehwirtschaft seit Generationen bewährt. Die Kühe haben auf diesen Betrieben in der Regel Familienanschluss, jede hat einen Namen und die Tiere sind gesund. Für diese Betriebe sind Tiere, die den Umgang mit den Menschen gewohnt sind, besonders wichtig, sonst wäre die Bewirtschaftung der extremen Almflächen kaum möglich. Die Kühe der Maiers werden knapp sieben Jahre alt, das liegt rund eineinhalb Jahre über dem Schnitt in Bayern. Zudem bewegt sich die Fleckviehherde auf einem beachtlichen Leistungsniveau von 9.800 kg Milch. Auch das ist ein Zeichen, dass es diesen Tieren gut geht. Die Maiers sind nur ein Beispiel von derzeit noch rund 30.000 Milchvieh haltenden Betrieben in Bayern. Auf etwa der Hälfte davon stehen die Tiere in Anbindehaltung – ganzjährig sowie in Kombination mit Weidegang oder mit sonstigen Bewegungsmöglichkeiten (z.B. Laufhöfen, Tiefstreubuchten, etc.).

Zahl der Betriebe nimmt ab | Die Zahl der Betriebe mit Anbindehaltung hat in den letzten Jahren stetig abgenommen, entweder aufgrund von Betriebsaufgaben oder weil in Laufställe investiert wurde. Vor allem auf den kleineren Höfen mit bis zu 40 Kühen werden die Tiere im Stall fixiert. Insgesamt beträgt der Anteil der in Bayern in Anbindeställen stehenden Kühe derzeit knapp 30 Prozent, etwa 25 Prozent der bayerischen Milchmenge stammt somit aus Anbindehaltung. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass heute schon über 70 Prozent der bayerischen Kühe in Laufställen gehalten werden.

Weiterentwicklung statt Verbot | Neben der Laufstallhaltung wird auch die so genannte Kombinationshaltung als zukunftsfähig angesehen. Die Einschätzung des Thünen-Instituts und die Initiative des Bayerischen Bauernverbands finden Sie hier.


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