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Wir bayerischen Milchbauern

Wolfgang Scholz

aus Sachsenried engagiert sich in vielen Ehrenämtern für die Milchwirtschaft

Praktikable Lösungen für Milchbauern

Wolfgang Scholz, 53 J, bewirtschaftet in Oberbayern, Landkreis Weilheim-Schongau, einen Milchviehbetrieb mit 75 Kühen und Nachzucht. Neben zahlreichen Aufgaben in seiner Gemeinde ist er bereits 12 Jahre lang BBV-Kreisobmann und seit 2012 stellvertretender BBV Bezirkspräsident in Oberbayern. Das allein nicht genug: für die Milchbauern in Bayern engagiert er sich als Vorsitzender des Verbandes der Milcherzeuger Bayern in der Funktion als Vorsitzender seit fast zwei Jahren sowie seit 2018 als Mitglied im Verband der Deutschen Milchwirtschaft.

Was treibt ihn am meisten um?
„Wir müssen es schaffen, dass Milchbauern auch in Zukunft von ihrem Erlös leben können und die Nachfolgegeneration echte Perspektiven hat. Bayern in seinen vielfältigen und kleinteiligen bäuerlichen Strukturen soll als Milch- und Kulturlandschaft erhalten bleiben.“ Das wird immer schwieriger, denn die Ansprüche der Gesellschaft an die landwirtschaftliche Produktion steigen zu schnell und viel zu stark. Gerade die kleinen bayerischen Familienbetriebe sehen sich zusehends nicht mehr in der Lage, die Vorgaben der Düngeverordnung, der Weiterentwicklung von Tierhaltungsstandards und die ausufernde Dokumentationspflicht umzusetzen.Gleichzeitig sollen sie aber im weltweiten Wettbewerb bestehen, wo sie zudem noch strukturelle Nachteile bewältigen sollten. Bäuerliche Strukturen, die man damit leichtfertig zerstört, können künftig nicht mehr wiederhergestellt werden.

„Da braucht es andere gesamtgesellschafliche Ansätze “, so Wolfgang Scholz. Und wenn man ihn bei Versammlungen und öffentlichen Auftritten erlebt, so weiß man, dass er sehr motiviert ist, diese zu beschreiben und für Verbesserungen zu kämpfen. Erst kürzlich gelang ihm zusammen mit Vertretern der Landwirtschaft, der Erzeuger, dem Ministerium und den Organisationen der milchverarbeitenden Betrieben eine gemeinsame  Einigung auf Standards in der Kombinationshaltung.  Der Hintergrund: In Bayern praktizieren noch rund 30% der Betriebe die Anbindehaltung, also eine Haltungsform, bei der die Tiere ganzjährig im Stall angebunden sind. Denn in Bayern ist aufgrund topografischer Gegebenheiten nicht allerorts Weidehaltung möglich. Eigentlich strebt man den kompletten Ausstieg aus der Anbindehaltung an. „Die großen Molkereien aus dem Norden Deutschlands oder auch aus Irland werben massiv mit Weideland. Wenn wir keine Antworten finden, straft uns der Handel ab,“ so Scholz. Die bayerische Antwort auf den Druck durch den Handel und Verbraucher nach mehr Tierwohl liegt im konsequenten und  raschen Umstieg in die Laufstall- und die Kombinationshaltung.  Wie man Kombinationshaltung definiert, darauf haben sich die Akteure in der Bayerischen Milchwirtschaft im Juli 2019 geeinigt. Hier mehr.

© VMB | August 2019


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