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Wir bayerischen Milchbauern

Maria und Katharina Walch

vom Bernegglehener Hof wollen die Tradition der Bergbauernwirtschaft erhalten. Die Geschichte des Anwesens geht bis ins 17. Jahrhundert zurück.

Erlebnis Bergbauernhof

Bevor es im Berchtesgadener Land Hotels gab, waren es üblicherweise die Bauernhöfe, die Zimmer an Feriengäste vermieteten. „Ein traditioneller Zuerwerb hier oben“, sagt Maria Walch. Im Familienverbund betreibt Familie Walch einen Bergbauernhof im Berchtesgadener Land. Die Frauen des Hofes, Maria und ihre Schwiegertochter Kathi unterstützen sich bei den vielfältigen Aufgaben: Stallarbeit, Ferienbetrieb, Erlebnisangebote und Buffetservice. Ihre Männer arbeiten hauptberuflich Vollzeit außerhalb, und sind nach Feierabend hier aktiv. Ihre Landwirtschaft ist mit zehn Milchkühen ein typischer Nebenerwerbsbetrieb. „Kühe gehören hier oben aber einfach dazu“, sagt Maria Walch zur Frage, warum sie davon nicht lassen will. Für die die 54-Jährige ist es ein schönes Gefühl, sich in der Früh und am Abend um die Tiere zu kümmern.

Die Milch vom Bergbauernhof
Die Milch aus Bernegglehen ist gentechnikfrei, trägt aber kein Biosiegel. Jeden Tag lässt die Molkerei Berchtesgadener Land die Milch sammeln und in den nahegelegenen Verarbeitungsbetrieb liefern. „Zum Glück zahlt die Molkerei uns Bergbauern faire Milchpreise. Sonst wäre die viele Arbeit nicht rentabel“, lobt Maria Walch. Wer den Hof besuchen möchte, fährt zum Ortsrand von Oberau nahe Berchtesgaden. Dort liegt er auf 750 Metern Seehöhe, umrahmt von den Berchtesgadener Alpen. Die Geschichte des Anwesens geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. „Und wir wollen, dass die Tradition und unsere Kulturlandschaft weiter erhalten bleibt.“ 

Urlaub auf dem Bauernhof
Zur Zukunftssicherung des Betriebs gehören zwei Ferienwohnungen. Das Konzept für die erste Ferienwohnung entwickelte Maria Walch schon in ihrer Ausbildung zur Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft. Beide Wohnungen sind für Selbstversorger gedacht. Deren Gäste kommen aus ganz Deutschland: meist Familien mit Kindern oder ältere Paare. „Kinder lieben es, frei auf dem Hof zu spielen und in den Stall zu gehen. Kathi zeigt ihnen dann, wie wir hier arbeiten.“ Herzliche Begrüßung und Ansprechpartnerin für Fragen während des Urlaubs sein, das ist für Maria selbstverständlich. Ein Willkommensgeschenk finden die Gäste am Anreisetag in ihrem Kühlschrank. „Dort platzieren wir Produkte von unserer Molkerei wie Milch, Butter, Joghurt oder Quark. Das passt zum Ferienhof mit den Kühen.“

Erlebnisse machen Spaß
„Von der Kuh bis zur Butter“, „Schmankerl-Tour“ oder „Bauernhof-Minis“ lauten Titel des Erlebnisbauernhof-Angebots von Schwiegertochter Kathi Walch. Die Tourismuskauffrau mit Zusatzqualifikation zur Erlebnisbäuerin arbeitet nach dem Prinzip: Lieber sollen ihre Besucher etwas erleben, statt trockene Vorträge anzuhören. Und so erkundet sie mit ihren großen und kleinen Teilnehmern die vielen Arbeitsschritte, die notwendig sind, damit ein Liter Milch entsteht. Beim gemeinsamen Ausmisten, Striegeln oder Füttern ist die Nähe zur Arbeit auf dem Hof schnell da. Gerne wandert Kathi mit den Besuchern über die kräuterreichen, teils steilen Bergwiesen. „Danach schätze man unsere Arbeit ganz anders. Weil man erahnen kann, wie anstrengend die Heuernte im Berggebiet ist.“

Neben Kühen gibt es auf dem Bernegglehen Kälbchen, Ziegen, Hühner, Esel, Zwerghasen und Katzen. Egal welches Programm Kathi Walch anbietet, der Kontakt mit den Tieren ist ihr in den Kursen das Wichtigste. „Viele Menschen kennen genau das nicht mehr. Wissen nicht, wie man sich einem Tier nähert oder wie sie dessen Verhalten deuten. Hier lernen sie, dass Tiere keine Sachen, sondern Lebewesen mit persönlichen Eigenheiten sind“, erklärt Kathi Walch. Der Höhepunkt für alle ist der Besuch im Kuhstall und bei den Kälbchen. „Vielleicht, weil Kühe eine besondere Ruhe ausstrahlen“, so die junge Bergbäuerin.

Buffetservice für den Genuss
Seit Frühjahr 2018 zeigen Maria und Kathi Walch mit ihrem Buffetservice die kulinarischen Seiten guter heimischer Zutaten vom Bauernhof. Ebenso wie die Erlebnis- und Urlaubsangebote sichert das Cateringangebot das Einkommen des Hofs. „Wir bieten für die Veranstaltungen ausschließlich Speisen, die zu unserer Region passen“, erklärt Maria Walch. Das Brot wird selber gebacken. Butter, Joghurt oder Quark kommen von der Molkerei. Als einheimische Bäuerin mit gutem Kontakt zu ihren Kolleginnen und Kollegen nutzt sie ihr ausgezeichnetes Netzwerk für die besten Lieferanten von Zutaten aus der Region.

Der Hof in Zeiten von Covid-19
Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie machen den beiden Frauen - wie vielen anderen Menschen - berufliche Sorgen. Denn ein funktionierender Tourismus ist die Basis für die Zusatzangebote des Hofs. „Hier oben am Berg ist die Hauptsaison von April bis November. Viele Erlebnisangebote musste ich bereits verschieben oder sogar absagen“, sagt Kathi Walch. „Ich sehe es aber auch positiv: Jetzt haben wir Zeit, Dinge zu überdenken und unsere Vorhaben weiter auszuarbeiten“.

© VMB | Juni 2020 | Foto: Bernegglehen


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