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mirabauern siegen beim Milchumrechnungsfaktor
123rf(c)SebnemRagiboglu

Omira-Bauern siegen, Lactalis kann nicht umrechnen

Es war der „Aufreger“ gleich zu Jahresbeginn: Der französische Molkereikonzern Lactalis, der im September 2017 die wirtschaftlich angeschlagene Oberland Milchverwertung in Ravensburg (OMIRA) übernommen und den Milchbauern einen vertraglich vereinbarten Milchpreis für die kommenden 10 Jahre zugesagt hatte, verklagte die Milchbauern auf fast 24 Millionen Euro Schadenersatz - wegen "arglistiger Täuschung". Schwerwiegendster Vorwurf: Man habe verschwiegen, dass der Faktor zur Umrechnung der Milch, von Volumen in Kilogramm, derzeit, im Gegensatz zu Frankreich, in Deutschland noch bei 1,02 liegt und erst spätestens mit der Novellierung der Milch-Güteverordnung auch in der BRD einheitlich auf 1,03 umgestellt wird. Das sei von den Milchbauern, die mittlerweile in der Omira Oberland-Milchverwertung (OOMV) organisiert sind, verschwiegen worden. Dies würde den Konzern eben diesen Mehraufwand an Milchgeld kosten.

Dass dieser Vorwurf fachlich völlig haltlos ist, war damals schon klar. Jetzt wurde auch gerichtlich bestätigt, dass die 2.000 Milchbauern der OOMV Recht bekommen und fast nichts von der Klagesumme übriggeblieben ist. Die Erzeugerseite muss lediglich 400.000 Euro bezahlen, wegen anderer Gründe im Zusammenhang mit von Lactalis beanstandeten Mängeln am Gebäude. Damit bleibt von der ursprünglich von Lactalis geforderten Summe nur ein marginaler Betrag übrig. Diesem Vergleich haben die Milcherzeuger zugestimmt, um endlich auch einen Schlussstrich ziehen zu können. Gleichzeitig zahlt Lactalis den Milcherzeugern noch 10 Millionen Euro aus, die vom vereinbarten Kaufpreis von 27 Millionen Euro bis zur Klärung von Gewährleistungsfragen einbehalten wurden. Somit kann von der OOMV auch die Auszahlung von Geschäftsanteilen an die Milcherzeuger in Angriff genommen werden.

Dass sich ein Weltkonzern wie Lactalis, mit einem Umsatz von etwa 17 Milliarden Euro und in mehr als 40 Ländern aktiv, beim (Um)rechnen eine derartige Blöße gibt, ist fast schon peinlich. Wenn in Deutschland und Bayern leider - trotz diesbezüglicher Information seit mehr als 10 Jahren, vor allem auch vom VMB -  immer noch der eine oder andere Milcherzeuger der Auffassung ist, er würde mit dem Umrechnungsfaktor von 1,02 ein Prozent seiner Milch an die Molkerei verschenken, ist dies noch verzeihlich. Einem internationalen Großkonzern sollte ein derartiger Rechenfehler, auch wenn es nicht um Milliarden, sondern nur um einen Umrechnungsfaktor geht, eigentlich nicht passieren.

 

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