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Neues von der Butterfront
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Neues von der "Butterfront"

Auch wenn sich am Milchmarkt in diesen Sommer- und Ferienwochen wenig Bewegung zeigt: Von der "Butterfront" gibt es immer etwas Interessantes zu berichten: Wie fast schon üblich wurden auch für den aktuellen Monat neue Kontraktvereinbarungen zwischen Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel getroffen. Das Niveau hat leicht angezogen, die Verbraucherpreise blieben unverändert. Aber die Nicklichkeiten zwischen den Wettbewerbern mit Wochenrabatten, die aufgrund der Dimension seitens der Erzeuger zu Recht als Dumping gegeißelt werden, gehen unvermindert weiter.

Im Gegensatz zur Eiweißseite, bei der aktuell im gesamten Pulversegment bezüglich Nachfrage und Preisbildung von einer eher negativen Entwicklung zu berichten ist, zeigt sich die Fettseite erfreulich stabil: Die Preise für Industrierahm haben aktuell wieder angezogen, abgepackte Butter geht seit Wochen erstaunlich gut in den Markt. Und die Preise haben zum Monatswechsel wieder leicht zulegen können: Die Abgabepreise der Molkereien stiegen um 10 Cent/kg für den Preiseinstiegsbereich, der häufigste an der Kemptener Börse genannte Preis liegt aktuell bei 3,46 Euro/kg. Auf die Verbraucherseite hatte diese Preiskorrektur nach oben keine Auswirkungen und wird es im laufenden Monat auch nicht mehr geben. Je nachdem wie von den Lebensmittelhändlern die Umsetzung der wir-geben-die-Senkung-der-Mehrwertsteuer-vollumfänglich-an-Sie-weiter erfolgt,  liegen die 250 g Ziegel zwischen 1,45 und 1,40 Euro im Kühlregal. Bekanntlich gibt es bei der Umsetzung der Mehrwertsteuerreduzierung Unterschiede:  Aldi und Penny beispielsweise haben die Preisauslobung bei 1,45 Euro/250 g belassen und ziehen 3 bzw. 2  Prozent an der Kasse ab. Die anderen Wettbewerber achten hier mehr auf die Psychologie der Optik und loben die Butter für 1,40 Euro/250 g am Kühlregal aus.

Aber den Verbraucher*innen wird in den vergangenen Monaten und auch aktuell der Preis für die als "Billigbutter" bezeichnete Deutsche Markenbutter der LEH-Eigenmarken herzlich wenig interessieren. Denn preiswert sind nicht die Eigenmarken, sondern die Wochenangebote der starken Molkereimarken, die befristet vom Lebensmittelhandel zu deutlich reduzierten Preisen angeboten werden. Denn wirklich jede Woche ist, bei fast jedem Lebensmittelhändler, eine bekannte Marke im Angebot, die mehr oder weniger deutlich unter dem Preis der Eigenmarken von - siehe oben - aktuell 1,45 Euro/250 g liegt. Beispiele gefällig? Sehr viele bekannte Marken werden in dieser Woche befristet für mehrwertsteuerreduzierte 1,36 Euro/250 g angeboten. Besonders aufreizend: Die gesamte Woche bietet das zur Lidl-Schwarz-Gruppe gehörige Kaufland, die verschiedenen Meggle-Butter-Sorten für nur 1,09 Euro/250 g an, ein Rabatt von 49 Prozent.

Erfreulicherweise lassen sich die Erzeuger diese übertriebene Rabattgebaren nicht mehr bieten: Am vergangenen Freitag haben im mittelfränkischen Uffenheim zahlreiche Landwirte, organisiert von mehreren berufsständischen Verbänden, vor dem dortigen EDEKA-Markt demonstriert: Dieser hatte nämlich exklusiv für die gesamte Woche Butter seiner Eigenmarke "gut & günstig" für nur 1 Euro/250 g angeboten.  Und auch die fettarme Milch der gleichen Eigen(billig)marke wurde nochmals um 20 Prozent reduziert und für nur 57 Cent/Liter verkauft. Da auch der örtliche Bundestagsabgeordnete, kein geringerer als der ehemalige Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt anwesend war und partiell den Zorn der demonstrierenden Erzeugerseite gegen die Politik und ihn persönlich mitbekommen hat und neben der örtlichen Presse auch der bayerische Rundfunk vor Ort war, dürfte diese Botschaft auch ihren Weg nach Berlin finden. Denn von den Marktakteuren allein, dürfte dieses unakzeptable Rabatt- und Lockvogelsystem der Lebensmittelhändler nicht zu verhindern sein.

 

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