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Neuer Kontrakt: Butterschmelze geht weiter

Ganz überraschend ist das Ergebnis nicht. Trotzdem für die Erzeugerseite schmerzlich und passend zur aktuell sehr negativen Stimmungslage auf den Betrieben - speziell in Bayern mit den Problemfeldern Volksbegehren und seine Folgen, Blauzunge und Exportbeschränkungen von Zuchtvieh in Drittstaaten. Die Butterpreise haben bei den jüngsten Kontraktverhandlungen, seit Februar diesen Jahres der fünfte Einmonatskontrakt in Folge, erneut nachgegeben. Weitere 20 Cent/kg Abschlag mussten die Molkereien dem Lebensmitteleinzelhandel zugestehen. Von einer Delle, auf die der VMB bei seiner Einschätzung im Februar im Sinne seiner Milcherzeuger noch gehofft hatte, kann am Fettmarkt derzeit keine Rede sein.

Zur Analyse: Anfang Mai hatten sich die Butterpreise bekanntlich stabilisiert, die Abgabepreise blieben erstmals in diesem Jahr konstant. Leider war dann im gesamten vergangenen Monat Mai ein insgesamt nur ruhiger Marktverlauf zu beobachten. Es fehlten und fehlen immer noch die jahreszeitlichen Impulse durch die laufende Spargel- und Erdbeersaison. Und auch das Grillwetter ließ bisher noch auf sich warten. Es kommt noch hinzu, dass sich bei den Notierungen bei Blockbutter zwar eine Kontinuität ergab. Die aber lautete "abwartende Haltung" aus dem Kreis der Industriekunden und war somit ebenfalls ohne die notwendigen positiven Marktimpulse. Die abwartende Haltung bei der Nachfrage ist aus anderen Bereichen bekannt: So lange der Markttrend eher negativ, also aus Sicht der Käufer niedrigere Preise verheißt, wird auf ein möglichweise noch niedrigeres Angebot gewartet. Man erinnere sich vor allem an den Markt für Heizöl, bis dann die ersten Nachfrager im wahrsten Sinn des Wortes kalte Füße bekommen und kaufen wollen.

Von diesem Wendepunkt ist man derzeit aber beim Buttermarkt noch weit entfernt: Denn auch der Trend auf den internationalen Märkten und auch die Börsenkurse an den Terminmärkten entwickeln sich aus Erzeugersicht in die falsche Richtung. Die Börsenkurse gaben zuletzt über alle Termine hinweg nach, der Index an der EEX in Leipzig fiel auf knapp über 4.000 Euro/t. Teilnotierungen in EU-Nachbarländern schafften es nicht einmal mehr über diese Marke. Auf solch einem niedrigen Niveau befand sich der Gesamt-Index letztmals im Februar 2017, für die deutsche Teilnotierung gar im August 2016. Und auch die letzte Notierung beim zweiwöchigen Global Dairy Tender (GDT) am 21. Mai zeigte sehr deutlich auch am internationalen Fettmarkt den derzeitigen Trend.

Nochmal zurück zur aktuellen Entwicklung: Die Abgabepreise der Molkereien liegen für den kommenden Monat bei knapp unter 3,80 Euro/kg, also etwa 20 Cent/kg niedriger als der bisherige Kontrakt. Den Marktgesetzen folgend müsste auch die Butter im Handel im Preis nachgeben. Zu Wochenbeginn waren allerdings die erwarteten minus 4 Cent/250 g bei Aldi und Co. noch nicht realisiert, der Ziegel kostet nach wie vor 1,49 Euro/250 g. Auch hier gilt: Am Milchmarkt gelten derzeit andere Markt- und Preisgesetze.

 

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