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Preiskampf bei Butter
Fotolia(c)robynmac

Nächster Preiskampf an der Butterfront

Anfang des Monats hat der VMB über die erneute Preisrücknahme des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) bei Deutscher Markenbutter, Eigenmarken des LEH, informieren müssen. Außerhalb der Norm waren lediglich, die sehr späte Anpassung im Verkauf und der nicht marktkonforme Schritt von 40 Cent/kg. Die Preisrücknahme bei den Molkereien betrug lediglich 20 Cent/kg. Unverändert wird aber nach wie vor, bei Markenbutter - auch bei starken Molkereimarken -, Preiskampf und Wettbewerb betrieben. Sowohl in der Frequenz ,wie auch im Preis stärker als je zuvor.

Es ist für die Milcherzeuger nur ein schwacher Trost, dass derzeit nicht nur Milchprodukte von einem massiven Preiskampf im LEH betroffen sind, sondern die gesamte Palette der Nahrungsmittelkette. Jede Waffe scheint gerade recht zu sein, um sich Vorteile gegenüber dem Wettbewerber zu verschaffen. Nun hält sich das Mitleid der Milchbauern, bei ebenfalls stark rabattierten Produkten wie Coca-Cola oder Nutella (aus dem Ferrero-Konzern), in Grenzen. Aber die Verschleuderung von starken Marken aus dem Milchbereich, wie in dieser Woche Sahnejoghurt von Zott (bei Edeka mit Rabatt von 54 Prozent) oder Almighurt von Ehrmann (bei Lidl mit 54 Prozent Rabatt), treiben abwechselnd die Zornesröte ins Gesicht oder Tränen in die Augen. Leider sind diese Wochenrabatte immer noch legitim, moralisch verwerflich aber allemal erlaubt.

Zurück zur Butter: Bereits in den letzten Wochen sind von den bekannten Akteuren des LEH bei Butter starke Molkereimarken, wie Weihenstephan und Meggle aus Bayern, aber auch die bekannte Landliebe sowie Kerrygold auf dem Niveau des Preiseinstiegssegments der Eigenmarken angeboten worden. Zum Teil lagen die Preise sogar unter diesem "Einstandspreis". Erinnert sei nur an das "Freitags-Spezial zu Pfingsten" von Norma: Weihenstephaner Butter für 1,35 Euro/250 g. Auch in dieser Woche ist praktisch wieder von jedem Händler eine deutlich verbilligte Markenbutter im Angebot: Meggle für 1,49 Euro bei der Metro-Tochter real und für 1,59 Euro bei Kaufland. Weihenstephan liegt für 1,59 Euro bei Edeka, Landliebe zum gleichen Preis bei Rewe. Und dann Kerrygold: Bei Lidl diese Woche ebenfalls für 1,59 Euro und bei Penny im Angebot zum gleichen Preis - beim Kauf von zweimal 250g.

Diese Provokationen will sich anscheinend LEH-Platzhirsch Aldi nun nicht mehr gefallen lassen: Mit den jüngst erschienenen Werbeprospekt wird bereits vorab angekündigt, in der kommenden Woche die ständig im Aldi-Sortiment gelistete irische Markenbutter "Kerrygold" ebenfalls, befristet für eine Woche, für nur 1,59 Euro/250g anzubieten. Damit bricht Aldi mit einem Tabu, Marken aus der ständigen Listung befristet zu verbilligen. Wieder einmal stellt sich anhand der Dynamik solcher ständig wiederkehrenden Tabubrüche die Frage, wohin dieses Geschäftsgebaren der Lebensmittelhändler noch führen soll. Von Wertschätzung und Wertschöpfung für qualitativ hochwertigste Lebensmittel zu sprechen, wäre blanker Hohn.

 

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