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Milchpreis Bayern Februar 2022

Konventioneller Milchpreis (oGT): Es geht in Cent-Schritten weiter
Die Milchmarktsituation sowie die weitere Entwicklung des Milchmarktes werden derzeit bisweilen auch zum Teil von politischen Einflüssen heftig geprägt. Neben kriegerischen Ereignissen, sind es vor allem die Kostensteigerungen des gesamten Energiebereiches, welche die Handelspreise allgemein für Agrarprodukte und für Milcherzeugnisse deutlich steigern. Nicht zuletzt haben auch das geringe Milchaufkommen in Deutschland sowie in Europa einen Anteil an dieser Situation. Dieser Trend offenbart sich auch bei den Verkaufspreisen der Milchprodukte und ebenfalls in der Milchverwertung, so dass die Milchpreise gegenwärtig in Cent-Schritten darauf reagieren.

Der bayerische Milchpreis von konventioneller, gentechnikfreier Milch hat sich im Februar 2022 mit einem Ergebnis von 43,2 Cent pro Kilogramm Milch gegenüber dem vorigen Monat wieder erhöht. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Vormonatswerten weist er nun einen Abstand von einem Cent auf.
Wie fest die bestehende Marktbasis geprägt ist, zeigt sich an den geringen Abweichungen der Milchpreise in den verschiedenen Regierungsbezirken und inzwischen auch in Milchpreisauszahlungen der einzelnen Bundesländer. Der aggregierte Milchpreis von Nordbayern, mit einer Differenz von 0,2 Cent und von Schwaben mit einem Abstand von 0,1 Cent, befinden sich leicht über dem bayerischen Mittelwert, während noch in Ober-/Niederbayern der Wert um 0,4 Cent pro Kilogramm Milch darunter liegt. Tendenziell werden die Milchpreise in den kommenden Monaten weiter ansteigen, da die genannten „Probleme“ und Ereignisse den Milchmarkt nicht zu Ruhe kommen lassen werden. Das teilweise exponentielle Wachstum der Energiepreise und die in Folge stark ansteigende Inflationsrate bei vielen Produkten, wird keine längerfristigen Abschlüsse von Milchpreisen und Milchprodukten mehr zulassen. Angespannt sieht die Welt nach Russland und der Ukraine.

Ökologisch/biologischer Milchpreis: Dynamik zu beobachten
Der Milchpreis der Biomilch erreicht demzufolge die gleiche Anpassung wie die konventionelle Milch. Die Auszahlung in Bayern hat sich gegenüber dem Vormonat wieder verbessert und befindet sich nun bei einem Wert von genau 53 Cent pro Kilogramm Milch. Im Vergleich zum zurückliegenden Monat liegt der Abstand bei 0,7 Cent. Es ist davon auszugehen, dass auch bei den nächsten Kontraktgesprächen für ökologisch/biologische Milcherzeugnisse (analog wie für konventionelle Milcherzeugnisse) das Preisniveau auf dem gegenwärtigen Stand bleiben wird.

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Anmerkung zum Konventionellen Milchpreis Bayern: Seit mehreren Jahren veröffentlicht der VMB zur Marktorientierung die „laufenden“ Milchpreise der bayerischen Molkereien, entweder historisch um kartellkonform zu sein (nach einem halben Jahr Abstand) oder bei der aktuellen Auszahlung, über die sogenannte aggregierte Erhebung eines Preisdurchschnitts von bestimmten Gebieten. Aber auch hierfür gibt es eindeutige Vorgaben der deutschen Kartellbehörde.

Die Facetten des Milchpreises - Milchpreis ist nicht gleich Milchpreis
In den letzten Jahren hat sich allerdings die „Landschaft“ der Milchvermarktung etwas stärker differenziert. Die erste Unterscheidung bei der Milchpreiserhebung erfolgt, hinsichtlich der Erzeugungskriterien, zwischen der konventionellen und ökologisch/biologischen Milch. In den folgenden Jahren kamen noch weitere Produktions- und Vermarktungskriterien hinzu. Die Anzahl dieser Vorgaben und Unterscheidungen sind inzwischen beachtlich geworden. Daher wird es für die Milchpreiserhebung immer schwieriger und mitunter auch stellenweise undurchsichtiger einen bzw. den Milchpreis Bayern bekanntzugeben. Die Aufteilung der Milchpreisbewertung (im konventionellen Segment) vor Jahren nach der Differenzierung der Futtermittel, das heißt nach konventioneller Milch und Milch ohne Gentechnik-Vorgaben, war noch eine eher leichtere Sortierung. Zwischenzeitlich unterscheidet man auch hier sogar schon zwischen oGT-Futtermittel im Milchpreis auf EU-Ebene und Übersee.

Der VMB kann daher in seiner Bewertung – da es sich um eine Orientierungshilfe handelt - die Unterschiede nur bedingt bewerten. Deshalb fließen Sonderprogramme nicht immer in die Preisfindung mit ein. Dies könnten besondere Regionalzuschläge (z. B. Alpenmilch, Bergbauernmilch etc.), Haltungsformen mit extra Auflagen (Haltungsstufe 3 und 4) oder Futtermittelauflagen (Heumilch) sein, wenn es nur einen kleinen speziellen Anteil an der Gesamtmilchmenge des Molkereiunternehmens betrifft. Die Preissondierung wird sich demzufolge vorläufig auf Haltungsstufe 2 (ITW) bzw. QM+ konzentrieren.

Hinweis zur Milchpreisberechnung: Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) wertet monatlich die laufenden Auszahlungsleistungen von konventioneller Milch, ebenso von konventioneller Milch mit Fütterungsbeschränkung (GVO), sowie von ökologisch/biologischer Milch der bayerischen Molkereien, nach kartellrechtlichen Vorgaben, aggregiert aus. Zusätzlich vergleicht der VMB die durchschnittlichen Auszahlungsleistungen der Milch mit Fütterung ohne GVO in den verschiedenen Regierungsbezirken Bayerns. Die Auszahlungsbasis bezieht sich auf 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof. (Die unterschiedlichen Umrechnungsfaktoren bei der Milchannahme von Volumenerfassung auf Kilogramm-Abrechnungspreis werden nicht bewertet!). Aufgrund kartellrechtlicher Vorgaben, werden die Auszahlungsleistungen der einzelnen bayerischen Milchverarbeiter erst sechs Monate zeitversetzt veröffentlicht).

 

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