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Global Dairy Tender (GDT): Auktion vom 05. Mai 2020

Die im vierzehntägigen bzw. dreiwöchigen Rhythmus stattfindende internationale Handelsplattform GDT (Global Dairy Trade) für Milchstandardprodukte, veröffentlicht die durchschnittlichen Werte, der am Weltmarkt verkauften Milchprodukte des Commodities-Bereichs (verschiedene Milchpulversorten, Chester, sowie diverse Butterprodukte). Beteiligt sind überwiegend größere international handelnde Molkereiunternehmen wie Fonterra, Dairy America, Amul, Arla, Eursérum, Murray Goulburn.

GDT-Tender-Ergebnisse: beruhigt sich jetzt der Milchmarkt
Die Handelsergebnisse des Global Dairy Tenders vom 05. Mai 2020 zeigen eine leichte Beruhigung des Marktes, wobei Milchpulver fest blieb, Milchfett und Käse nochmals an Position verloren haben. Der Durchschnittspreis der sogenannten Mischtonne aus den Verkaufserlösen von Milchfett, Milchpulver und Käse zeigt nun einen leicht erhöhten Wert von 2.866 $ pro Tonne.  Bei der Auktion am 21. April 2020 erzielten die Produkte noch einen Wert von 2.836 $ pro Tonne. Dies ist ein Anstieg von 30 Dollar bzw. ein Plus von 1,0 Prozent.

Durch die staatlichen Vorgaben seit Beginn der Corona-Krise,  ist der Durchschnittswert des Global Dairy Tender von 3.371 $ pro Tonne (Auktionstag  07. Januar 2020) auf 2.836 $ pro Tonne (Auktionstag 21. April 2020) gesunken. Das ist ein Rückgang innerhalb drei Monaten von über 18 Prozent. Die letzte Auktion gibt zwar Hoffnung auf Stabilität im Absatz von Milchprodukten, trotzdem leiden noch viele Staaten an den wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdown. Auch die marktbestimmte Kaufkraft vieler erdölexportierender Staaten hat noch nicht das gewünschte Potential einnehmen können. Das Barrel Rohöl tendiert seit gut vier Wochen zwischen 20 bis 25 Dollar und liegt noch weit entfernt von den Handelspreisen Anfang diesen Jahres von über 60 Dollar.

Die Handelspreise der wichtigsten Milchprodukte am Weltmarkt haben sich seit Jahresanfang und mit den Corona-Beschränkungen unterschiedlich entwickelt.

Relativ stark verloren die Handelspreise bei Milchpulver. Magermilchpulver (MMP) rutschte von seinem guten Jahresstart von 3.026 Dollar je Tonne um über 21 Prozent auf 2.373 Dollar je Tonne nach unten und auch Vollmilchpulver (VMP) machte um fast 13 Prozent Abstriche von 3.150 Dollar je Tonne zurück auf 2.745 Dollar je gehandelter Tonne. Butter verlor etwas geringfügiger um 4 Prozent und liegt nun bei 3.867 Dollar pro Tonne. Mit kleinem Plus, von knapp 2,5 Prozent, wird Cheddarkäse gehandelt. Aktuell verkauft sich die Tonne bei 4.115 Dollar je Tonne, um genau 100 Dollar mehr als zum Jahresbeginn.

Die Vermutung liegt nun sehr nahe, dass die gesunkenen Erdölpreise eine gewisse Kaufzurückhaltung der erdölexportierenden Staaten bewirkten und dadurch einen zusätzlichen Druck auf den Milchmarkt ausüben. Denn die Einnahmequelle aus dem Rohölverkauf finanziert oft einen großen Anteil des Staatshaushaltes dieser Länder. Erfahrungsgemäß kaufen sehr viele Staaten mit einem großen Exportanteil an Rohöl auch größere Mengen von Milchprodukten ein. Verringert sich nun die finanzielle Unterstützung aus dem Rohölgeschäft, reduziert sich auch das Budget dieser Staaten. Dies führt im Gegenzug zu einer Kaufkraftschwäche, was sich auch auf den Einkauf von Milchprodukten auswirkt.

Beispielsweise sind der Nahe Osten und Nordafrika für den europäischen Milchmarkt immer interessante Kunden gewesen. Im Jahr 2019 kauften diese Regionen gut 20 Prozent des weltweiten Butter- und Magermilchpulverangebotes sowie rund 15 Prozent des weltweiten Käsebedarfes auf. Die erdölproduzierenden Staaten (OPEC) haben zwar zusammen mit Russland und Mexico eine Drosslung der Erdölförderungen beschlossen, dennoch wurden diese Länder von dem raschen Preisrückgang des schwarzen Goldes schneller konfrontiert als sie erwartet haben. Die Kontaktsperren, die heruntergefahrene Industrie in Europa, China und in den USA sowie die vielen Beschäftigten die ihre Arbeit von zuhause aus erledigen, reduzierten auch den Bedarf an Treibstoff und Heizenergie. Infolgedessen entstand ein Überangebot an Rohölofferten. Der Höhepunkt zeigte sich  letzte Woche, als kurzzeitig die Käufer mit einem geldlichen Zuschuss beim Einkauf von Rohöl belohnt wurden.

Die statistische Analyse der Verkaufspreise von Milchprodukten auf dem globalen Markt und den Rohölabschlüssen (Brent) offenbart seit Jahrzehnten leider eine deutliche Parallelität zwischen diesen Marktsparten an.

 

GDT Auktion 05.05.2020
GDT und Fonterra Milchpreis
Globale MIlchpreise
Tabelle der GDT-Auktionen

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