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EU-Marktausschuss Milch vom 28.06.2019
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EU Marktausschuss Milch: Sitzung vom 28. Juni 2019

Auf der 30. Sitzung, am 28. Juni 2019, trafen sich die Vertreter des MMO-Wirtschaftsausschusses (MMO Economic Board), mit Teilnehmern aus den verschiedenen angeschlossenen Stufen der Milchwirtschaft: CEJA (Junglandwirte), COPA-COGECA (Produzenten und Genossenschaften), ECVC Via Campesina (Landwirte), EMB (European Milch Board), EDA (Milchindustrie), Eucolait (Milchwirtschaft) sowie der Eurocommerce (Einzelhandel) um über die Milchmarktlage zu diskutieren.
Von diesen Experten wurde die aktuelle Marktlage in verschiedenen Sitzungsrunden analysiert, entsprechend bewertet, aufgelistet und anschließend die Ergebnisse bekanntgegeben.

Bitte klicken Sie hier zum vollständigen Marktbericht!

Zusammenfassung aus dem englischen Markttext:

Die Milchanlieferungsmenge in der EU zeigt im ersten Jahresdrittel 2019 nur eine kleine Steigerungsrate von knapp 0,3 Prozent (kumuliert) und liegt somit leicht über der Vorjahressumme. Allerdings ist das europäische Milchaufkommen im Monat April 2019 um 1,3 Prozent angestiegen. Den größten Anteil an dieser Steigerung, mit 127 Millionen Kilogramm Milch, das heißt mit einem Plus von 15 Prozent, steuerte Irland bei, bzw. auch das Vereinigte Königreich. Eher verhalten waren dagegen die Milcherzeugungen in den EU-Staaten Frankreich, Niederlande und der größte Milcherzeuger, Deutschland. Dieser in den letzten vier Monaten moderate europäische Milchanstieg verursachte auch ein begrenztes Produktionswachstum bei den meisten Milchprodukten. Butter(+2,4 Prozent), Käse (+0,5 Prozent) und sogar Magermilchpulver (+0,3 Prozent) verfügten über eine „eingeschränkte“ Angebotsmenge gegenüber dem Vorjahr. Allerdings hat die erhöhte Milchmenge des Monats April 2019 dazu geführt, dass im Bereich der Magermilchpulvererzeugung (+10 Prozent) und Butterherstellung (+5 Prozent) der Anstieg wieder etwas deutlicher ausfiel. Verringert dagegen bleibt die Produktion im Bereich Vollmilchpulver (-12 Prozent) sowie bei Trinkmilch (-1,9 Prozent).

Der europäische Milchpreis liegt im Monat April 2019 bei 34,3 Cent pro Kilogramm Milch und überschreitet damit um 6 Prozent den langjährigen Fünf-Jahres-Durchschnittswert. Die Margen der Milcherzeugerbetriebe, so die Marktkommission, sind zwar auf einem stabilen Niveau, allerdings im Vergleich zum Vorjahr, jedoch etwas niedriger geworden.

Vergleicht man die Handelspreise der Milchprodukte mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, so zeigt sich, dass sie über diesem Durchschnitt liegen. Insbesondere offenbaren die Preise von Magermilch- aber auch Vollmilchpulver, Gouda, Edamer und Emmentaler einen knapp zweistelligen Prozentsatz gegenüber dem 5-Jahres-Mittel. Allerdings verloren die Butterpreise dafür um 4 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Die in diesem Jahr verbesserten Magermilchpulverpreise tragen dazu bei, dass das Milchpreisäquivalent gestützt wird, obwohl im Gegenzug heuer die Butterpreise um gut 18 Prozent zurückgegangen sind.

Die Lagerbestände der Milchprodukte gestalten sich in der Europäischen Union unterschiedlich. Während bei Magermilchpulver, aufgrund guter Exportgeschäfte, die Lagerhäuser fast leergeräumt sind, haben die Butterbestände wieder zugenommen. Ursache dafür ist, dass das hohe Preisniveau von Butter in den Vorjahren, die Käufer dazu bewegt haben, höhere Vorräte für das Herbstgeschäft anzulegen. Im Käsebereich liegt eine normale Vorratsmenge vor, die wiederum eine gesunde Marktentwicklung bei Käse widerspiegelt.

Die Produktion von Milchprodukten für die globale Versorgung befindet sich im ersten Jahresdrittel 2019 unter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Die Herstellung ging vor allem in Ozeanien und Südamerika deutlich zurück. Zeitgleich erfolgte ein moderates Wachstum der Milchmenge in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten. In der Gesamtkalkulation errechnet damit ein Minus von 0,6 Prozent. Immerhin prognostiziert die Marktkommission für das zweite Halbjahr 2019 wieder einen leichten Anstieg der Milcherzeugung. Das Exportgeschäft hat sich weiter gut entwickelt und zeigt monatlich, wie auch jährlich aufeinander folgend, einen freundlichen Handel an. Im Hinblick auf die Exportanteile bleiben Neuseeland und die Europäische Union weiterhin führend bei Magermilch- und Molkenpulver. In Japan nahm die Nachfrage nach Milchprodukten aus der Europäischen Union wieder zu. Demzufolge hat Japan Algerien als wichtiges Importland verdrängt. Gute Handelsgeschäfte sind weiterhin, neben Milchpulver auch bei Rahm und Butteröl möglich. Ebenso nimmt, vor allem im chinesischen Wirtschaftsraum, das Kaufinteresse bei europäischer H-Milch zu. Etwas weniger Menge wird aktuell im Molkenpulversegment geordert.

Im Hinblick auf die heimische Marktentwicklung hebt die Kommission den guten Käseabsatz hervor. Dagegen stellen die Marktexperten fest, dass strukturell eine Schwächung des Trinkmilchabsatzes, mit parallelem Trend zu ökologischen Milchprodukten vorhanden ist. Die erhöhte Nachfrage nach Bio-Produkten kann aber nicht immer den Rückgang der Frischmilch kompensieren. Ebenso offenbart sich eine Konsumabnahme bei Butter. Dennoch sieht die Kommission für den Sommer 2019 gute Absatzmöglichkeiten von europäischen Milchprodukten, sofern die Witterungsbedingungen sich weiterhin günstig gestalten.

Im Hinblick auf die zukünftige Marktbeobachtung wollen die Marktexperten noch mehr Markttransparenz erreichen. Nicht nur die bestehenden Börsen- und Marktdaten sollen erhoben werden, sondern auch, aufgrund der Verbraucherentwicklungen, zusätzlich noch mehr Berichte vor allem über das Bio-Milchsegment. Außerdem will die Kommission zusätzlich die Verkaufspreise von Sahne, Trinkmilch, Mozzarella aber auch die Verbraucherpreise von Butter, Käse sowie Vollmilch analysieren.

Zum Abschluss resümiert die Fachgruppe über die aktuelle Entwicklung des Milchmarktes. Bekräftigen, dass der globale Milchmarkt sich in einem Gleichgewicht befindet. Allerdings bestehen Unsicherheiten, wie sich im weiteren Verlauf eines EU-Austritts des Vereinigten Königreiches (Brexit) die Nachfrage nach Milchprodukten entwickelt. Eine zusätzliche Ungewissheit sind aber auch die Markteinflüsse infolge der Zollpolitik von den Vereinigten Staaten. Auch wird das Milchmengenwachstum, insbesondere in der Europäischen Union, eine Schlüsselposition für den Milchmarkt einnehmen.

 

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