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EU-Milchanlieferungen April 2020

Nach Berechnungen des statistischen Amtes der Europäischen Union, kurz Eurostat genannt, liegt die veröffentlichte Milcherzeugungsmenge der 27 EU-Staaten sowie die des Vereinigten Königreiches (United Kingdom), im Monat April 2020 bei 14,076 Milliarden Kilogramm Milch. Damit wurde der Vorjahresmonatswert um mehr als 25 Millionen Kilogramm Milch bzw. um 0,2 Prozent überschritten. Einschließlich der Milchmenge des Monats April 2020, ergibt sich für das erste Jahresdrittel 2020 eine Gesamtanlieferungsmenge in Höhe von 53,9 Milliarden Kilogramm Milch. Somit liegt die europäische Milcherzeugung um 880 Millionen Kilogramm Milch höher als noch vor einem Jahr. Dies bedeutet ferner ein Plus von 1,7 Prozent. Gegenüber dem Monat März 2020 hat sich der Jahresabstand um ein halbes Prozent verringert.

Abstände werden geringer
Die Milcherzeugungsmengen der einzelnen EU-Staaten, haben sich im April 2020 unterschiedlich entwickelt. Angesichts einer rückläufigen Bilanz im Monat April 2020 und nur noch einem geringfügigen Abstand zu den Monatswerten des Vorjahres, muss doch in einigen Staaten eine Änderung in der Erzeugungsausrichtung erfolgt sein. Die Milchmengen aus Deutschland und auch aus Polen haben im April nur noch leicht die vergleichbaren Werte des Vorjahresmonats überschritten. Ungefähr fünf Millionen Kilogramm Milch erzeugten die beiden Staaten mehr als im Jahr zuvor. Unter der Vorjahreslinie haben sich die Milchproduktionen der EU-Staaten Frankreich, Italien, Dänemark und (nicht mehr EU-Staat) Vereinigtes Königreich, entwickelt. Während in Italien, Dänemark und England seit geraumer Zeit die Milcherzeugungen im Vergleich zum Vorjahr etwas niedriger ausfallen, ist die Milchmenge aus Frankreich erst im Monat April 2020 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Im April 2020 lag die Milchproduktion in Dänemark um 0,6 Prozent, in Frankreich um 0,7 Prozent, in Italien um 2,8 Prozent und im Vereinigten Königreich um 1,6 Prozent unter der Vorjahreserzeugung.

Dennoch zeigt das Milchaufkommen dieser Länder, in Bezug auf Jahresmilchmenge, ebenfalls noch positive Ansätze. Immer noch über der Vorjahresproduktion liegt nach wie vor das Milchaufkommen von Irland. Auf der Grünen Insel wurden gegenüber dem Vormonatsvergleich knapp 35 Millionen Kilogramm Milch, das heißt 3,5 Prozent mehr produziert. Auch in der vorläufigen Jahressumme liegen die irischen Milcherzeuger mit 3,6 Prozent über den Werten des Vorjahres. Ebenfalls weisen die Milchanlieferungen aus den Niederlanden heuer auf ein eher ausgeprägtes Erzeugungspotential hin. Seit Jahresbeginn haben die niederländischen Milchproduzenten monatlich regelmäßig mehr Milch abgegeben, als die Jahre davor. Infolgedessen erreicht die kumulierte niederländische Milchmenge insgesamt in den ersten vier Monaten 2020 ein Plus von 3,2 Prozent und liegt damit auf einem annähernd ähnlichen Wert, wie das kumulierte irische Milchaufkommen mit 3,6 Prozent.

Noch nicht eindeutig kann die Entwicklung der Milcherzeugung für die kommenden Monate eingeschätzt werden. Die Grundfuttersituation scheint sich generell wieder verbessert zu haben, da die Wasserversorgung etwas ausgiebigerer gewesen ist, als in den beiden letzten Jahren. Ob die „Corona-Krise“ Auswirkungen auch auf die Milcherzeugerbetriebe haben wird, ist eher unwahrscheinlich, vielmehr könnten Veränderungen der Marktparameter aufgrund der Pandemieverordnungen zeitversetzt Einfluss auf das Milcherzeugungspotential nehmen.

 

EU-Milchanlieferungen April 2020
Milchanlieferungen Deutschland
Milchanlieferungen Dänemark
Milchanlieferungen Frankreich
Milchanlieferungen Irland
Milchanlieferungen Italien
Milchanlieferungen Niederlande
Milchanlieferungen Polen
Milchanlieferungen Vereinigtes Königreich

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