Menü

News

EU Milchanlieerungen April 2019
123rf(c)adrianhancu

EU-Milchanlieferungen April 2019: Leicht erhöhtes Erzeugungsniveau

Nach Berechnungen des statistischen Amtes der Europäischen Union, kurz Eurostat genannt, liegen für den Monat April 2019 (geschätzt) die Milcherzeugungsmengen der 28 EU-Staaten bei einer Höhe von 14,0274 Milliarden Kilogramm Milch. Somit hat das Erzeugungsniveau für den  April 2019, im Vergleich zum Vorjahr, ein Plus von 1,4 Prozent erreicht. Bedauerlicherweise bestätigt sich dadurch der seit dem vergangenen Monat eingeschlagene Trend zu mit höheren Anlieferungszahlen als im vorigen Jahr. Demzufolge ergibt sich in der Aufsummierung der Werte des ersten Jahresdrittel 2019 eine Gesamtmilchmenge von 52,984 Milliarden Kilogramm Milch und somit ein Plus von 0,64 Prozent.

Die europäischen Milchanlieferungen in der Einzelbetrachtung offenbaren eine sehr zwiespältige Entwicklung. Während einige wichtige Milcherzeugerstaaten eher verhalten ablieferten, gaben im Gegenzug, zum Teil im zweistelligen Bereich, andere EU-Staaten ein Mehr an Milchmenge ab.

Im Ranking eines erhöhten Anlieferungspotenzials der europäischen Milchproduktionsländer liegt, wie bereits seit mehreren Monaten, Irland an der Spitze. Mit einer Gesamterzeugungsmenge der ersten vier Monate von fast 2,2 Milliarden Kilogramm Milch erlangt Irland somit ein erhöhtes Mengenpotenzial von fast 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab die irländische Aprilproduktion sogar eine Erhöhung von 15,3 Prozent. Mit etwas „geminderten“ Prozentsätzen, folgt das Vereinigte Königreich, Polen aber auch Dänemark. Die Steigerungsraten der vorläufigen Gesamterzeugung liegen hier bei 3,7 Prozent, 3,6 Prozent bzw. 3,2 Prozent. Die Milcherzeuger in Italien, die im letzten Jahr ebenfalls eher eine ausgedehntere Milchmenge produziert haben, reduzierten im Monat April 2019 die Milchmenge gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent. Somit ergibt hier eine Gesamterzeugung von 4,2 Milliarden Kilogramm Milch. Dies entspricht einem Plus von 0,8 Prozent in der Gegenüberstellung zum Vorjahreszeitraum.

Einen negativem Trend weisen die klassischen europäischen Milcherzeugerländer Niederlande und Frankreich auf. Die Niederlande erzeugten in den ersten vier Monaten 2019 eine Milchmenge in Höhe von 4,6 Milliarden Kilogramm und somit ein Minus von 1,7 Prozent. Auch Frankreich blieb mit knapp 8,5 Milliarden Kilogramm Volumen, das bedeutet ein Minus von 1,7 Prozent, im ersten Jahresdrittel unter den Zahlen des Vorjahres. Nach der Erhebung der Eurostat, liegt in Deutschland das Gesamtmilchvolumen, mit einem Minus von 0,2 Prozent, aktuell fast auf dem Vorjahresniveau. Der Abstand gegenüber dem Vormonat weist im Erzeugungsmonat April 2019 0,5 Prozent auf.

Das Milcherzeugungsniveau der europäischen Staaten wird in der Tendenz in den kommenden Monaten weiter in dieser Zwiespältigkeit bleiben, da nach aktuellen Berechnungen Deutschland, Frankreich und Niederlande durchaus weiter rückläufige Zahlen melden. Allerdings wird die Futtersituation in klassischen Grünlandgebieten, wie in Irland und England nach wie vor ein gutes Milchaufkommen möglich machen.

Interessant ist bei der europäischen Betrachtung des Milchaufkommens, die eher konträre Entwicklung zum globalen Sektor. Nach Veröffentlichung des EU-Observatoriums der weltweiten Milcherzeugungszahlen zeigt sich, dass das Milchaufkommen der führenden Exportländer auf dem Weltmarkt im ersten Jahresdrittel 2019 (einschließlich der EU) ein Minus von zirka 55 Millionen Kilogramm Milch erreicht. Würde noch Argentinien, ebenfalls ein exportorientiertes Land, mit einbezogen, so befindet sich der Abstand zum Vorjahr noch ausgeprägter bei schätzungsweise 400 Millionen Kilogramm Milch.

Milchanlieferung EU-28: Zum Betrachten der Grafiken bitte hier klicken.

 

Zurück zur Listenansicht

Geschäftsstelle München
Geschäftsstelle Schwaben
Geschäftsstelle Nordbayern