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EU-Milchmarktausschuss: Sitzung vom 13. Dezember 2019
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EU Marktausschuss: Sitzung vom 13. Dezember 2019

EU Marktausschuss: Sitzung vom 13. Dezember 2019

Auf der 32. Sitzung, am 13. Dezember 2019, trafen sich die Vertreter des MMO-Wirtschaftsausschusses (MMO Economic Board), mit Teilnehmern aus den verschiedenen angeschlossenen Stufen der Milchwirtschaft: CEJA (Junglandwirte), COPA-COGECA (Produzenten und Genossenschaften), ECVC Via Campesina (Landwirte), EMB (European Milch Board), EDA (Milchindustrie), Eucolait (Milchwirtschaft) sowie der Eurocommerce (Einzelhandel) um über die Milchmarktlage zu diskutieren.
Von diesen Experten wurde die aktuelle Marktlage in verschiedenen Sitzungsrunden analysiert, entsprechend bewertet, aufgelistet und anschließend die Ergebnisse bekanntgegeben.

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(Zusammenfassung aus dem englischen Markttext)

Die Milchanlieferung der ersten zehn Monate 2019 bleibt in der Europäischen Union weiter leicht über den Vorjahreswerten. In diesem Zeitraum wurden aufsummiert 0,4 Prozent mehr Milch erzeugt. Während inzwischen Irland aber auch Deutschland ein geringeres Milchwachstum aufweisen, erweitern dagegen erstmalig die Niederlande, Frankreich aber auch Spanien ihre Milchproduktionen. Infolge der etwas moderateren Erhöhungen der Milchanlieferungen ist das Produktionswachstum von Milchprodukten nur im begrenzten Umfang vorangekommen. Im Fettbereich wurden Butter bzw. Rahm um 3,9 bzw. 2,7 Prozent mehr erzeugt. Auf der Eiweißseite sind die Herstellungen von Magermilch- und Vollmilchpulver um 0,6 bzw. 0,1 Prozent ausgeweitet worden. Dagegen liegen die Erzeugungen von Käse (-0,2 Prozent) und Trinkmilch (-3,3 Prozent) leicht unter dem Vorjahr.

Der durchschnittliche Milchpreis in der Europäischen Union lag im Monat Oktober 2019 bei 34,9 Cent pro Kilogramm Milch. Dies bedeutet eine Verbesserung um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat bzw. ein um Plus 3,3 Prozent vergrößerter Abstand gegenüber dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Die Preise der Milchprodukte haben sich etwas unterschiedlich entwickelt. Während die Erlöse von Milchfett tendenziell stabiler geworden sind, befindet sich der momentane Verkaufspreis trotzdem unter dem Fünf-Jahresdurchschnitt. Ein Aufwärtstrend ist dagegen bei den Handelspreisen von Magermilchpulver festzustellen. Der Preisanstieg bei Magermilchpulver macht gegenüber dem Vorjahr fast 50 Prozent aus. Somit liegt der Magermilchpulvererlös wieder über dem durchschnittlichen Fünf-Jahreswert. Desgleichen sind Preissprünge bei Vollmilchpulver und den meisten Käseprodukten zu bemerken. Allerdings sind bei den Käsesorten Gouda und Edamer kleinere Rückgänge gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Molkenpulver wurde ebenfalls etwas leichter als im Vorjahr notiert. Dennoch liegen zum größten Teil die Preise auf dem Niveau des Vorjahres.

Bis zum Monat September 2019 befinden sich die Lagerbestände der Milchprodukte auf einem guten Niveau, welches auch, laut EU-Kommission, als unbedenklich eingestuft werden kann. Die Marktbeobachter rechnen jedoch damit, dass bis zum Jahresende, aufgrund des Herbst- und Weihnachtsgeschäftes, bei Käse und Butter wieder ein stärkerer Bestandsabbau erfolgen wird. Bedenklich, betont die Kommission, sind dagegen die Einfuhrzölle der Vereinigten Staaten, die Einfluss auf die Entwicklung des Käseabsatzes haben könnten.

Die globale Milchanlieferung zeigt bei den meisten Staaten ein eher kontinuierliches geringeres Wachstum. Die Milchproduktionen der Vereinigten Staaten aber auch von Neuseeland weisen nur leicht steigende Tendenzen auf, während in Australien, infolge der Dürre, das Potenzial der Vorjahre nicht mehr erreicht werden konnte. Etwas verbessert hat sich die Milcherzeugung in Südamerika. Gleichzeitig, so berichten die EU-Marktbeobachter, hat sich das globale Exportgeschäft auf dem Niveau der letzten Jahre behaupten können.

Von Seiten der Europäischen Union wird noch immer mit einem guten Anteil von Magermilchpulver und Käse bei der Ausfuhr in die Drittländer gerechnet. Ebenso hat sich, nach vorangegangen reduzierten Exportmöglichkeiten, der Butterexport der Europäischen Union im Jahr 2019 erfreulich erhöht.

Über die Konsumentwicklung im nationalen Bereich berichtet die MMO (Economic Board), dass weiterhin ein rückläufiger Absatz bei Flüssig-, Frischmilch, Jogurt und Frischkäse festzustellen ist. Dagegen sind aber bei Käse und Butter wieder leichte Absatzsteigerungen zu erkennen. Ebenso konnte der Absatz von Bio-Milchprodukten gesteigert werden. Hier muss vor allem der Verkauf von Frischmilch angesprochen werden. In Konkurrenz zur Milch treten, so die Marktberichterstatter, weiterhin pflanzliche Produkte, welche zunehmend beim Wettbewerb mit Milchprodukten im Segment von abgepackter Milch, Sahne und Frischprodukten Marktanteile streitig machen.

Der gesamte Milchmarkt, so die Marktexperten, weist ein ausgeglichenes Niveau, mit einer weiterhin positiven Tendenz für die kommende Zeit, auf. Der globale Milchmarktsektor bleibt immer noch in einer sehr freundlichen Entwicklungsphase, da einerseits die weltweite Milchproduktion stabil verläuft und  parallel dazu eine verstärkte Nachfrage aus vielen Ländern erfolgt. Ungewissheit bringen die Handelsstreitigkeiten und Einführung von Zöllen, aber auch das Verlassen der Europäischen Union des Vereinigten Königsreiches (Brexit). Diese Ereignisse könnten den Milchmarkt negativ beeinflussen, so die Marktberichterstatter.

 

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