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EEX Leipzig: Terminmärkte heben nach oben ab

Die Corona-Pandemie hat die Märkte in Beschlag genommen. Kein Wunder, wo doch nachhaltige Absatzströme von heute auf morgen zum Teil ganz abgeschnitten, in den meisten Fällen aber nachhaltig gestört wurden und immer noch sind. Am physischen Markt haben dies vor allem die bayerischen Milcherzeuger bisher noch vergleichsweise wenig zu spüren bekommen, bei einem bisherigen Rückgang der Milchpreise um durchschnittlich 0,5 Cent/kg auf zuletzt 34,6 Cent/kg für konventionelle Milch, ohne Gentechnik erzeugt. Aber die Reaktionen an den Terminmärkten waren ebenso wie an den Spotmärkten dramatisch negativ und verhießen nichts Gutes, bis vor 2 Wochen.

Seitdem macht auch der perspektivische Blick auf den Milchmarkt wieder etwas mehr Freude, bereitet mehr Zuversicht für die kommende Preisentwicklung am physischen Markt:  In den vergangenen Wochen waren hier Entwicklungen „ohne Beispiel“ zu beobachten: Kurssprünge, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Der sogenannte  Börsenmilchwert (BRM), errechnet aus den jeweiligen Schlusskursen der an der EEX Leipzig handelbaren Kontrakte für Butter und Magermilchpulver, ist - für eine Absicherung Oktober 2020 - von 26,9 Cent/kg am 6. Mai auf 31,2 Cent/kg am 14. Mai um satte 4,3 Cent hochgeschnellt, binnen einer Woche! Am 19. Mai hat sich der Wert dann mit 31,4 Cent stabilisiert. Zur Erinnerung: Zu Beginn des Jahres, als das Wort „Corona“ genauso unbekannt war wie der chinesische Hotspot, die Millionenmetropole Wuhan, lag der Börsenmilchwert für Oktober 2020 noch bei 37,1 Cent, hätte also ein Milchpreis über die Börse auf diesem Niveau abgesichert werden können.

In Verbindung mit der Entwicklung an den Spotmärkten, wo ebenfalls binnen kürzester Zeit die Preise quasi an die Decke gingen, ist die Tendenz an den Terminmärkten erfreulich: Magermilch ist von unter 10 auf über 20 Cent, Rohmilch von um die 20 auf deutlich über 30 Cent/kg gestiegen. Trotzdem muss die weitere Entwicklung ohne übertriebene Euphorie beobachtet werden. Die derzeit häufig gestellte Frage "Trend" oder "Strohfeuer" wird erst in den kommenden Wochen beantwortet. Viele Entwicklungen am Markt scheinen derzeit auch von politischen Entscheidungen und den daraus resultierenden Erwartungen beeinflusst. Denn es wäre wohl ein Wunder, wenn sich ein dermaßen massiver Einschnitt in Gesellschaft und Wirtschaft, wie durch die Corona-Pandemie ausgelöst, so plötzlich und so schnell in allgemeinem Wohlgefallen auflösen würde.

 

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