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Biomilch Frankreich: Übermengen bei SODIAAL mit Preisabschlägen
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Biomilch Frankreich: Übermengen bei SODIAAL mit Preisabschlägen

Ohne Zweifel hat der Absatz von Bioprodukten in den vergangenen Jahren einen erfreulichen Aufschwung genommen. Dies trifft auch auf Milch und Milchprodukte zu. Im vergangenen Jahr lag der Anteil Biomilch in Deutschland bei 4 Prozent, in Bayern sogar bei 8 Prozent. Zusätzlich werden vor allem aus den benachbarten Ländern Frankreich, Dänemark und Österreich Biomilch und Biomilchprodukte importiert. Und dann pusht die deutsche und bayerische Politik noch den Ökolandbau mit prozentualen Zielvorgaben, die der Markt möglicherweise gar nicht aufnehmen kann. Das jüngste Vorgehen der französischen Molkereigenossenschaft Sodiaal soll dafür ein mahnendes Beispiel sein.

Angesichts von Übermengen an Biomilch senkte Sodiaal, die führende Molkereigenossenschaftsgruppe Frankreichs, mit knapp 5 Milliarden Kilogramm erfasster Milch, ab August 2021 den Preis für Bio-Milch. Für den Zeitraum von einem Jahr wird die angelieferte Menge um 10 Prozent gekürzt. Für diese Milch erhalten die Biomilcherzeuger nur den Preis für gentechnikfreie Milch, der etwa auf dem Niveau deutscher Milch aus entsprechender Erzeugung liegt. In einer dem Verband der Milcherzeuger Bayern e.V.  vorliegenden Mitteilung vom 23. Juli 2021 kündigte die Genossenschaft ihren Mitgliedern diese "Neuausrichtung" an. Verbunden mit der Information war, dass nur noch 90 Prozent der Anlieferungen der Biomilcherzeuger zu dem am Anfang des Jahres festgelegten Preis bezahlt wird. Dieser liegt für August und September zwischen 47,0 und 50,0 Cent/kg, entsprechend den Qualitäten und inklusive Prämien. Die restlichen 10 Prozent werden dagegen nur mit einem Milchpreis zwischen 35,7 und 38,7 Cent/kg vergütet. Die Genossenschaft begründet in dem Schreiben ihre Entscheidung mit einer "schwierigeren wirtschaftlichen Bilanz für unsere Bio-Branche". Die Anlieferung von Biomilch habe den geplanten Rahmen weit überschritten, die Märkte für Bio-Konsumprodukte hätten seit vergangenem Herbst nur ein geringes Wachstum, zum Teil sogar  einen Wachstumseinbruch zu verzeichnen. Die Situation wird wohl nicht von Dauer sein, denn sie wird sich wieder verbessern, gibt man sich in Kreisen der Genossenschaftsmolkerei zuversichtlich.

 

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