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Biomilchpreise: Deutliche Unterschiede zwischen Bayern und Österreich

In diesen Tagen wird der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) wieder wie gewohnt recht frühzeitig über die bayerischen Milchpreise für den Monat Oktober 2019 berichten können, die von den Molkereien für konventionelle Milch, konventionelle Milch (mit Fütterung ohne Gentechnik) und für biologisch/ökologisch erzeugte Milch an die Milchbauern ausbezahlt wurden. Vorher wollen wir noch einen vergleichenden Blick ins geschätzte Nachbarland Österreich richten, auf welchem Niveau dort - bei vergleichbaren Strukturen - die Milchpreise zuletzt gelegen haben.

Vergleiche mit den österreichischen Nachbarn gehen ja immer häufiger weniger gut aus: Während der Serien-Ski-Weltcup-Gesamtsieger (Marcel) Hirsch(er) wegen seines Rücktrittes ab diesem Winter in freier Wildbahn nicht mehr anzutreffen sein wird, wird es trotzdem in dieser Disziplin genug Jung-Hirsche(rs) geben, denen die bayerischen Ski-Asse auf dem begehrten Stockerl Platz machen müssen. Und auch im Fußball ist die legendäre "Schmach von Cordoba" im Jahr 1978 längst keine Ausnahme mehr. Da sucht man sich gerne Disziplinen und Wettbewerbe, bei denen man mehr als "ex aequo" liegt und vielleicht sogar punkten kann. Wie sieht es also derzeit beim Milchpreis aus?

Wie der VMB am 17. Oktober an dieser Stelle berichtet hat, haben die bayerischen Milcherzeuger im Oktober für die im September auf den Betrieben erzeugte Milch für die mit Abstand größte Kategorie "konventionelle Milch" mit Fütterung ohne Gentechnik 34,3 Cent/kg, bezogen auf 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto, ab Hof, erhalten. Im September haben die österreichischen Kollegen für die gleiche Kategorie 33,42 Cent/kg, netto, bekommen. Bei weniger als einem Cent Differenz kann man also nicht von einem Unterschied sprechen.

Anders sieht es dagegen bei der Biomilch aus: Hier lag das Preisniveau in Bayern im September bei unveränderten 47,2 Cent/kg. Dabei ist in der Analyse zu hoffen, dass trotz des nach wie vor steigenden Angebotes an Biomilch die Nachfrageseite mithalten wird und die Preise zumindest auf diesem doch recht guten Niveau gehalten werden können. Zur Erinnerung: Die Erzeugung von Biomilch hat sich in den vergangenen 10 Jahren in Deutschland verdoppelt. Die Hälfte der Biomilch wird dabei von bayerischen Milcherzeugern beigesteuert. Der Anteil liegt hierzulande bereits bei fast 8 Prozent. Wie schon mehrfach vom VMB berichtet, liegt bei Biomilch das Preisniveau im Nachbarland weit deutlicher unter dem bayerischen Niveau, als dies bei der doch zu vernachlässigenden Differenz bei konventioneller Milch ist.

In Österreich erlösten die Lieferanten von Biomilch im September nämlich nur 43,23 Cent/kg, 0,2 Cent weniger als im Vormonat. Bei fast 4 Cent Milchpreisdifferenz dürfte es auch so manchem nicht ganz so marktkundigen (Politiker/in) klar sein, dass das relativ gute Preisniveau bei Biomilch hierzulande nicht unbedingt auf stabilem Fundament steht. Ständige Forderungen nach Erhöhung des Bioanteils (Stichwort: Volksbegehren!) könnten sich schnell kontraproduktiv auf das Preisniveau auswirken. Der hohe Listungsgrad von aus österreichischer Erzeugung und Verarbeitung stammender Biomilch in süddeutschen Discountern sollte Warnung genug sein.

 

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