31.01.2019

Lebensmitteleinzelhandel

Neuer Butterkontrakt: Nur eine Delle?

Mit Monatsbeginn Februar wurden für die "abgepackte Butter 250 g", Eigenmarken des Handels, neue Kontrakte zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel ausgehandelt - und es gelten auch neue und leider etwas niedrigere Preise.
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Wer die Preisentwicklung auf der Fettseite in den ersten Wochen des neuen Jahres verfolgt hat, hatte bis zuletzt noch Hoffnung, dass das Preisniveau des alten Kontrakts gehalten werden könnte. Leider hat sich diese realistische Erwartung nicht ganz umsetzen lassen: Der Lebensmitteleinzelhandel hatte die "besseren" Argumente und zahlt den Butter herstellenden Molkereien, seit dem 1. Februar 2019, nur noch um die 4,50 €/kg.
 
Das ist gegenüber dem letzten, von November 2018 bis Januar 2019 über 3 Monate laufenden Kontrakt, ein Rückgang von etwa 20 Cent/kg. Deshalb kostet das 250 g Stück Butter dem Verbraucher seit Monatsbeginn statt der bisherigen 1,69 €/kg nur noch 1,65 €/kg. Zum Vergleich: Im letzten Jahr rauschte der Butterpreis im Februar - ebenfalls nach einem langen Dreimonatskontrakt - um satte 1,30 €/kg nach unten. Der Verbraucher konnte damals von einer Preissenkung um 30 Cent/250 g auf nur noch 1,29 €/250 g profitieren. Wer jetzt auch nur grob nachrechnet, wird bemerken: Der Lebensmitteleinzelhandel, für den Butter lange Zeit nicht viel mehr als nur ein - im wahrsten Sinn des Wortes - billiges Lockvogel-Produkt war, macht jetzt richtig Marge, sprich Kasse. Im Vergleich zum Preisniveau vor einem Jahr: Der Lebensmitteleinzelhandel muss jetzt den Molkereien nur etwa 0,40 Euro/kg mehr bezahlen, aber vom Verbraucher holt er sich etwa 1,40 Euro/kg zurück. Soll heißen: Den bei Lebensmitteln nicht immer ganz schmerzfreien Verbraucher kann man auch bei den Butterpreisen einiges mehr zumuten, aber die Wertschöpfung hat sich zuletzt nicht nur weg vom Erzeuger, sondern auch weg von den Molkereien entwickelt - und der Handel profitiert "fett".
 
Kleiner Hoffnungsschimmer: Es ist dieses Jahr kein Schaltjahr, der Kontrakt gilt nur für den Monat Februar und somit schlappe 28 Tage. Somit kann in wenigen Wochen schon wieder fast alles ganz anders sein. Man wird sehen, ob sich in Bezug auf die Butterkontrakte das heurige Jahr ähnlich volatil zeigt wie das vergangene, als sich geschlagene neunmal die Preisvereinbarungen geändert haben. Eine Vorhersage ist schwer möglich, der Markt für Blockbutter ist weiter abwartend. Für die ersten Monate scheint der Bedarf gedeckt, darüber hinaus sind nur Anfragen da, aber keine richtungsweisenden Abschlüsse. Die bekannten politischen Unsicherheitsfaktoren der kommenden Monate hemmen. Allein die Milchmenge wird sich in den folgenden Monaten erzeugerfreundlich, sprich unterdurchschnittlich zeigen. Und auch das Ostergeschäft, mit den bekannt positiven Impulsen, ist heuer noch so weit weg wie selten.
 

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