27.12.2018

Milchwissen - Rohmilch und Vorzugsmilch

Milch - welche Unterschiede gibt es?

Im Jahr 2017 erfassten bayerische Molkereien von ihren Milcherzeugern 7,77 Millionen Tonnen Milch (0,15% mehr als im Jahr 2016), davon 465.357 Tonnen aus biologischer Erzeugung (16,58% gegenüber dem Vorjahr). Dazu kommt der direkte Milchzukauf von ausländischen Milcherzeugern und von anderen bayerischen Molkereiunternehmen. Nachfolgend wird ein kurzer Überblick über die einzelnen Milchsorten und auch Sondermilchen gegeben.
   
Rohmilch ist Milch, welche nicht erhitzt und somit unbehandelt direkt ab Hof verkauft wird. An der Abgabestelle muss der Hinweis „Rohmilch – vor dem Verzehr abkochen!“ angebracht werden, da sich in Rohmilch noch Mikroorganismen befinden können.
 
Vorzugsmilch ist naturbelassene, nicht erhitzte Milch, welche im Lebensmittelhandel in
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verpackter Form verkauft wird. Dies wird amtlich streng überwacht; die Milcherzeugerbetriebe müssen staatlich zugelassene und kontrollierte Vorzugsmilchbetriebe sein. Vorzugsmilch muss ebenfalls vor dem Verzehr abgekocht werden. Direkt nach dem Melken wird die Milch auf 4°C runter gekühlt und gefiltert, wobei Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine vollständig erhalten bleiben. Vorzugsmilch ist innerhalb von 96 Stunden (4 Tagen) nach dem Melken zu verzehren und sollte dabei durchgängig bei maximal 8 °C gekühlt werden. Der Fettgehalt der Milch schwankt dabei zwischen 3,6 % und 4,2 %.
 
Was leisten die Produzenten?
Vorzugsmilchbetriebe müssen monatliche Einzelmilchproben und Eigenkontrollen durchführen und auf die Produktionshygiene achten. Zudem benötigen Sie eine Zulassung der Kreis-verwaltungsbehörde bzw. Veterinäramt und müssen bestimmte Kriterien bzw. Anforderungen einhalten, wie beispielsweise streng hygienische Anforderungen an Räume und dem Umgang mit dem Produkt, Nachweispflichten, Untersuchung der Tiere vor der ersten Vorzugsmilch, etc.