02.01.2019

Milchmarkt 2018

Der große Jahresrückblick zum Milchmarkt 2018 - Das 1. Halbjahr

Dass sich der Michmarkt im 2. Halbjahr 2017 nicht besonders erfolgreich entwickeln konnte, zeigte bereits eine erste Analyse zum Jahresbeginn 2018. Nationale wie internationale Warenbörsen signalisierten einen wieder aufkeimenden Marktdruck, obwohl oder gerade deshalb, weil die Milchpreise wieder eine Annäherung an die 40-Cent-Linie versprachen. Dennoch konnten die Milchverarbeiter beim Lebensmittelhandel zum Jahresende 2017 und bis über den Jahreswechsel hinaus, bei Butter, Käse und Frischmilch erfreulicherweise nochmalige Preiserhöhungen durchsetzen. Nichtsdestotrotz wurde eine Trendwende auf dem Milchmarkt eingeläutet.
 
Bei sich gleichzeitig abschwächenden Absatzmärkten, versprach die Höhe der Milcherzeugung in der Europäischen Union im ersten Halbjahr 2018 nichts Gutes. Parallel verursachten auch viele Marktexperten durch ihre Kommentare eine zusätzliche und überflüssige Verwirrung, so dass die Marktstimmung für das Jahr 2018 gewissermaßen hart auf der Kippe stand. Beachtlich war die europäische „Spitzen“-Milcherzeugung 2017 mit 1,8 Prozent über der Vorjahreslinie, sowie das ebenfalls höhere weltweite Milchaufkommen.
 
 
Allerdings haben sich auch die nationalen Absatzmärkte nicht unwesentlich verändert. Ein anziehender Rohölpreis erweckte starke Hoffnungen auf einen wieder anziehenden Drittlandexport von Milchprodukten.

Erstaunlich war, wie sich die internationalen Märkte entgegen dem europäischen Trend entwickelten. Der Handelsdurchschnitt (Durchschnittswert aller verkauften Milchprodukte je Börsentermin) des Global Dairy Tender (GDT), an dem die weltweit größten Milchverarbeiter teilnehmen, stieg zu Jahresbeginn 2018 kontinuierlich von 3.000 US-Dollar/Tonne auf 3.500 US-Dollar/Tonne bis zum Halbjahr an.
 
 
 
Nichtsdestotrotz, ab dem Jahresstart 2018, haben viele verschiedene Milcherzeugnisse im sogenannten Tagesgeschäft, sowie bei kurzfristigen Kontrakten, ihre zum Teil gute Verwertungssituation von der Jahresmitte 2017, deutlich verloren. Zu diesem Zeitpunkt reduzierten erste Molkereien, welche hauptsächlich Standardprodukte verkauften, ihre Milchpreise.
 
Im Frühjahr 2018 haben dann ebenfalls, die im Herbst des vorherigen Jahres mittelfristig festkontrahierten Molkereiprodukte auch teils erhebliche Kürzung hinnehmen müssen. Die Milchpreise gingen in Deutschland von fast 38 Cent auf annähernd 32 Cent pro Kilogramm zurück. Dank eines hohen Markenanteiles, sowie einer guten Käseverwertung, wie zum Beispiel von Hartkäse, Mozzarella, Spezialitätenkäse und den Milchfrischprodukten konnte die Höhe des bayerischen Milchpreises, trotz der einschneidenden Marktentwicklung, etwas ausgeglichen werden. Der Milchpreis reduzierte sich dennoch von fast 39 Cent bis auf knapp über 34 Cent (bei 4,0 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof). Vornehmlich in der Bundesrepublik, führte in den Monaten Februar und März 2018, die Insolvenz eines deutschlandweit agierenden Milchhändlers, eine nicht minder angespannte Marktsituation herbei.
 
Der Trend einer Stabilisierung
Die Schockstarre aufgrund eines erhöhten Milchaufkommens zu Jahresbeginn 2018 löste sich allmählich im Frühjahr auf. Erste Preisverbesserungen im Milchfettbereich, sowie bei Standardkäse und in kleineren Schritten auch bei Milchpulver, bewirkte eine doch weitgehende Stabilisierung der Milchpreise. Auch eine nicht mehr so impulsive Milcherzeugung, signalisierte zur Jahresmitte 2018 eine Trendwende der Milchauszahlungspreise. Bei gleichzeitig leicht anziehenden Notierungswerten, konnten zusätzlich erste größere Magermilchmengen aus der staatlichen Intervention abgesetzt werden. Die Europäische Union bestätigte in ihrer Halbjahresbilanz, dass die Exportgeschäfte ein ebenso gutes Handelsniveau wie im Vorjahr erreicht haben.
 
 
 
Während des ersten Halbjahres entstand zeitweise in Deutschland, je nach Verwertungsmöglichkeiten der Molkereien, eine große Streuung bei den Milchauszahlungspreisen von bis zu annähernd 5 Cent/kg. Andererseits konnten bei hochpreisigen Käsesorten einige Molkereien, entgegen der Entwicklung zum Jahresstart, ihre Erlöshöhe fast durchwegs halten. Sogar der Kieler Rohstoffwert (Verwertung aus Magermilch und Milchfett) erzielte, nach seiner Talfahrt bis zum Februar 2018 mit 27,30 Cent/kg, im Monat Juni einen ersten Höchststand von 36,80 Cent/kg (Werte bei 4 % Fett, 3,4 % Eiweiß, netto ab Hof).
 
 
 
Den Bericht zum 2. Halbjahr finden Sie hier.