07.08.2018

Milchpreise international

LTO Milchpreis Juni 2018: Kehrtwende der Preisentwicklung

Der niederländische Bauernverband LTO, ermittelt in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers), einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Zusätzlich werden von den Molkereileistungen Einzelauswertungen errechnet. Für den Monat Juni 2018 gibt der Verband einen europäischen Durchschnittswert in Höhe von 32,53 Cent pro Kilogramm Milch bekannt. Dies bedeutet eine Erhöhung um 0,43 Cent bzw. 1,34 Prozent. Damit hat sich erstmalig seit November letzten Jahres der Milchpreis verbessert. Die Zahlen beziehen sich dabei auf ein Kilogramm Milch, mit 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß, netto, ab Hof, mit einer Jahresleistung des Betriebes von durchschnittlich 500.000 Kilogramm Milch.
Zum Teil schon im letzten Monat wurde offensichtlich, dass sich mit der etwas entspannteren Milchmarktsituation auch die Verwertungsleistungen der Molkereien ändern werden. Obwohl noch einige milchverarbeitende Betriebe im Monat Mai 2018 einen verringerten Milchpreis auszahlten, hatten schon Andere gleichbleibende bzw. leicht erhöhte Auszahlungen vorgenommen. Im Monat Juni 2018 zeigt nun die Analyse, dass bereits fast alle Molkereien eine Erhöhung vorgenommen haben. Ein unveränderter Milchpreis wurde nur noch von wenigen Molkereien entrichtet. Die Preise der Betriebe Milcobel und Glanbia weisen die höchsten Verbesserungen auf. Ein um 1 Cent erhöhtes Milchgeld, hat auch die deutsche DMK ausbezahlt. Die Milchgeldauszahlungen der Molkerei Alois Müller haben sich allerdings mit einem Betrag in Höhe von 30,63 Cent nicht verändert. Die Firma Müller befindet sich damit auf dem vorletzten Platz, während das Unternehmen Dairy Crest im Monat Juni 2018 das Schlusslicht der Tabelle einnimmt.
 
Obwohl die Marktparameter der Butterverwertung für das beginnende 3. Jahresquartal 2018 sogar leicht rückläufig sind, beziehungsweise sich bei Käse nur stabil bis befestigt entwickeln konnten, ist generell eine festere Marktposition erkennbar. Daraus resultierend, können weitere Preiserhöhungen gegenüber den Abnehmern gefordert werden. Verschiedene Molkereien haben in ihrer Milchpost oder anderen Veröffentlichungen das Thema der langanhaltenden Trockenheit in Europa angesprochen und tendieren dazu, in den kommenden Monaten ihre Auszahlungsleistungen, den für Anbieter verbesserten Marktbedingungen, anzupassen.
 
Der Halbjahresmilchpreis 2018 der aufgelisteten europäischen Molkereien liegt bei knapp 33,5 Cent pro Kilogramm Milch. Damit hat er sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 leicht gesteigert. Da schon eine Milchpreisprognose aller Molkereien für die Juli-Auswertung vorliegt, ist davon auszugehen, dass im 3. Quartal 2018 weitere Preiserhöhungen erfolgen werden.
 
Die letzten Auktionen der internationalen Märkte haben eine mehr oder weniger unveränderte Verkaufslage signalisiert, so dass auch die Milchpreise der Fonterra und der Spotmilchpreis in den Vereinigten Staaten weitestgehend unverändert geblieben sind.
 
(Anmerkung: In den letzten Jahren bezogen sich die Durchschnittswerte auf einen Betrieb mit 500.000 Kilogramm erzeugter Jahresmilchmenge. Im europäischen Raum liegen die durchschnittlichen Milchmengen im Jahr nun bei knapp 700.000 Kilogramm Milch. Da somit in Europa die Erzeugungsmenge pro Betrieb in den letzten Jahren beträchtlich angestiegen ist, hat der niederländische Bauernverband LTO ab Monat Juni 2018 die Berechnungsgrundlage seiner Milchpreisauswertung auf 1 Million Kilogramm Milch umgestellt. Aufgrund der unterschiedlichen Auszahlungsvergütungen je nach Größe des Betriebes, ist der Anstieg des Milchpreises im Monat Juni bei dieser Berechnung etwas höher als auf der Basis von 500.000 Kilogramm. Ab dem 2. Halbjahr 2018 wird der Verband der Milcherzeuger diese neue Bemessungsgrundlage übernehmen.)