05.03.2018

Milchpreise international

LTO Milchpreis Januar 2018: Jahresstart beginnt mit Minus

Der niederländische Bauernverband LTO, errechnet in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers) einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Zusätzlich werden von den Molkereileistungen Einzelauswertungen berechnet. Für den Monat Januar 2018 ermittelte dieser Verband einen Durchschnittswert in Höhe von 35,44 Cent. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies eine Reduzierung von 1,20 Cent. Im Vergleich zu den Vorjahreswerten weist der Betrag eine Verbesserung von 2,50 Cent bzw. ein Plus von 7,6 Prozent auf. Die Zahlen beziehen sich dabei auf ein Kilogramm Milch, mit 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß, netto, ab Hof, mit einer Jahresleistung des Betriebes von durchschnittlich 500.000 Kilogramm Milch.
Die Ende des letzten Jahres begonnene schwächere Marktentwicklung der Milchprodukte setzte sich auch im neuen Jahr fort. Viele Standardproduktpreise wurden zum Jahreswechsel, teilweise kräftig nach unten korrigiert. So sind, je nach Verwertungsportfolio der einzelnen Molkerei, auch die Auszahlungspreise für Milch niedriger ausgefallen. Die meisten Molkereien haben ihre Milchpreise im Januar 2018 wiederum reduziert. Die größten Preisrückgänge gab es bei den deutschen und niederländischen Unternehmen. Der berechnete Milchpreis der DMK fiel gegenüber dem Vormonat mit 5,04 Cent am stärksten, gefolgt von Royal A-ware (Minus 4,12 Cent), FrieslandCampina (Minus 3,88 Cent) und Müller (Minus 3,17 Cent). Die Milchpreise der belgischen Milcobel und der dänischen Arla gingen um 3,01 bzw. um 2,05 Cent zurück. Die Preissenkung von Arla fällt geringer aus, als vorher in der Veröffentlichung angekündigt. Dies liegt daran, dass Arla neben einer Senkung der Fett- und Eiweißpreise eine Reihe neuer Boni eingeführt hat. In den Monaten Februar und März 2018 wird der errechnete Milchpreis von Arla, laut LTO, um weitere 2,0 Cent gesenkt. Ebenfalls für diesen Zeitraum kündigt FrieslandCampina einen Rückgang von 1,75 Cent bzw. 0,25 Cent pro Kilogramm an. Die drei irischen Molkereien haben auch im Monat Januar 2018 ihre Milchpreise nicht geändert. Das ist bemerkenswert, da dies bereits der fünfte Monat in Folge ohne eine Milchpreisänderung ist.
 
Im Monat Februar 2018 wird, im Hinblick auf die Handelspreise der Milchprodukte, die gegenwärtig rückläufige Markttendenz noch nicht ganz beendet sein. Nochmals wurden in diesen Monat Butter, Käse auch teilweise Milchpulver niedriger notiert. Ein hoher Anteil der aufgeführten Molkereien werden deshalb wieder ihre Milchpreise korrigieren müssen. Inwieweit der negative Trend noch weiter anhält, lässt sich derzeit nicht eindeutig abschätzen. Bei einigen Milchprodukten lassen sich, als Anzeichen für Monat März, auf niedrigem Preisniveau erste Festigungen erkennen. Bei Butter konnten sogar wieder Preiserhöhungen umgesetzt werden. Die Streubreite der Januarwerte liegt, wie bereits in den Vormonaten, relativ nahe um den europäischen Durchschnittspreis. Einen höheren Abstand halten nur nach oben Granarolo bzw. nach unten Milcobel.
 
Im Gegensatz zur Milchpreisentwicklung in Europa konnten sich die internationalen Märkte seit Jahresbeginn etwas festigen. In den diesjährigen letzten vier Auktionen sind die Durch-schnittspreise des GDT-Markt-Tenders angestiegen. Alle Handelsprodukte (Commodities) konnten sich in der Preisfindung verbessern. Nach der LTO-Meldung ist der Milchpreis der neuseeländischen Fonterra folglich um knapp 0,40 Cent angestiegen. Dagegen verlor der Spotmilchpreis der „United States Class III“ in den USA um 3,81 Cent.