04.06.2018

Milchpreise International

LTO Milchpreis April 2018: Abermaliger Rückgang von einem Cent

Der niederländische Bauernverband LTO, errechnet in Zusammenarbeit mit Zuivel NL und der EDF (European Dairy Farmers), einen Gesamtmilchpreis der in Europa größten milchverarbeitenden Unternehmen. Zusätzlich werden von den Molkereileistungen Einzelauswertungen ermittelt. Für den April 2018 kalkulierte dieser Verband einen europäischen Durchschnittswert in Höhe von 32,51 Cent pro Kilogramm Milch, so dass gegenüber dem Vormonat eine Reduzierung von knapp über einem Cent erfolgt ist. Im Vergleich zum Vorjahreswert weist der aktuelle Verwertungsbetrag aber einen negativen Abstand in Höhe von 0,52 Cent auf. Die Zahlen beziehen sich dabei auf ein Kilogramm Milch, mit 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß, netto, ab Hof, mit einer Jahresleistung des Betriebes von durchschnittlich 500.000 Kilogramm Milch.
Verschiedene, in der LTO-Liste aufgeführten europäischen milchwirtschaftliche Unternehmen, haben bedauerlicherweise nochmals gegenüber dem Monat März 2018 ihre Milchpreise reduziert. Allerdings ist diese Verringerung nicht bei allen Molkereien durchgeführt worden. Obwohl die Marktlage bereits bei einigen Milchprodukten eine freundliche Marktverbesserung andeutet hatte, erfolgte bei manchen milchverarbeitenden Betrieben eine Kürzung ihrer Erlöse, da noch bestehende Kontrakte umgesetzt werden mussten. Ebenfalls mussten noch mehrere gute Verhandlungsabschlüsse aus dem Herbst des Vorjahres leider nach unten korrigiert werden. Infolgedessen ist ein durchschnittlicher Milchpreisrückgang unvermeidbar gewesen.
 
Nach dem derzeitigen Entwicklungsstand wurde nun aber eine Preisfestigung am Milchmarkt erreicht. Vor allem bei der Milchfett- und der Käseverwertung deutet sich ein Aufwärtstrend an.
Nach Aussage der LTO haben schon erste Molkereien gleichbleibende Milchpreise für Mai 2018 angekündigt. Mit dieser Tendenz bewegen sich auch die Handelsabschlüsse am Welt-markt. Der Global Dairy Tender (GDT) signalisiert seit Anfang des Kalenderjahres 2018 in seinen vierzehntägigen Ergebnissen eine feste Marktphase. Dementsprechend haben, nach einer preislichen abwartenden Situation, die Milchpreise in Neuseeland und in den Vereinigten Staaten jetzt erfreulicherweise wieder angezogen. Sollten auch die Handelsabschlüsse in Europa dieser Umsetzung folgen können, so sind ab Mitte des Jahres 2018, europäische Milchpreiserhöhungen nicht mehr ganz von der Hand zu weisen. In welchem Umfang diese Verbesserungen sich gestalten werden, hängt natürlich vom Produkt-Portfolio der jeweiligen Molkereien ab. Klarer Sieger werden dabei Molkereien sein, welche eine gute Fettverwertung, mit einer entsprechend stabilen Eiweißverwertung aufweisen.
 
Der Milchpreis der neuseeländischen Fonterra und ebenso der Spotmichpreis Class III in den Vereinigten Staaten, haben sich um gut einen halben Cent pro Kilogramm Milch erhöht. Da die Abschlussergebnisse der letzten beiden Tender des GDT erneut wieder angestiegen sind, könnte in den nächsten Monaten noch eine Preiserhöhung folgen.