05.11.2018

Milchmarkt national

Kieler Rohstoffwert Oktober 2018: Minus 3,8 Cent

Aus den Notierungswerten für Butter und Magermilchpulver der Süddeutschen Butter- und Käsebörse, Kempten, ermittelt das Institut für Ernährungswirtschaft, Kiel (ife), den sogenannten Kieler Rohstoffwert, also die durchschnittliche Milchverwertung beim Verkauf von Milchfett und Milcheiweiß. Für den Monat Oktober 2018 kalkulierte das Institut in Kiel einen Wert in Höhe von 31,4 Cent pro Kilogramm Milch (bei 4,0 % Fett, 3,4% Eiweiß, netto, ab Hof). Im Vergleich zum vorherigen Monat, errechnet sich somit ein Rückgang von 3,8 Cent. Dies entspricht einem Minus von 10,8 Prozent.
Die Hauptursache des Rückgangs beim Kieler Rohstoffwert, liegt in der schwächeren Verwertung von Milchfett. Vornehmlich bei den Kontrakten mit dem Lebensmitteleinzelhandel, aber auch schon beim Verkauf von Blockbutter, offenbarten sich den ganzen Monat über markante Verringerungen der Handelspreise in einer Spanne zwischen etwa 70 Cent bis einen Euro. Demzufolge ist es auch nicht verwunderlich, dass der Verwertungswert aus Fett und Eiweiß diese Rückwärtsentwicklung erreicht hat. Bei Magermilchpulver, welches in den letzten Jahren nur noch einen geringen Anteil des Kieler Rohstoffwertes erwirtschaften konnte, liegt zwar eine positive Marktgestaltung vor, jedoch auf einem sehr niedrigen Preisniveau. Generell signalisiert der Markttrend von Pulver nur eine Beibehaltung der Erlöshöhe.
 
Die gegenwärtige Fettverwertung auf dem Buttermarkt ist für viele Marktbeteiligte nicht immer im vollen Umfang nachvollziehbar. Seit Jahresanfang weist der Rohstoffwert ein stetiges Auf und Ab auf. Den Spitzenpreis erzielte der Kieler Rohstoffwert im Juni 2018 mit fast 37 Cent pro Kilogramm. Aufgrund der sommerlichen Gegebenheiten in diesem Jahr, entwickelte sich der Markt seitdem wieder etwas unbeständig. Obwohl während der langen Trockenheit die Milchinhaltstoffe, wie auch das Milchfett zurückgingen, konnte gleichzeitig das Sommergeschäft einen guten Rahmabsatz für die Produktion von Eiskrem verbuchen. Dennoch verloren die Butterpreise zweimal in Folge an Höhe. Mit dem Start in die Herbstsaison konnten, angesichts einer höheren Verwertung, die Butterpreise wieder einen Zuwachs erreichen. Diese Größenordnung sollten sie auch während des Weihnachtsgeschäftes beibehalten können. Allerdings haben anscheinend zu Beginn des vierten Quartales 2018 die Marktparameter auf die Verwertung von Milchfett doch einen stärkeren negativen Einfluss ausgeübt. Sei es eine vermeintliche rückläufige Nachfragebilanz von Seiten der Verbraucher durch die erhöhten Verkaufspreise, oder auch die verstärke Konkurrenz aus dem Ausland, welche lukrativere Verwertungskonditionen als der hiesige Markt verspricht.
 
Im aktuellen Berechnungszeitraum des Kieler Rohstoffwertes reduzierte sich der Butterpreis um gut 70 Cent bis einen Euro. Entscheidend für die weitere Ausrichtung des Kieler Rohstoffwertes wird sein, inwieweit das Weihnachtsgeschäft und die damit erwartete erhöhte Nachfrage die Milchfettverwertung forciert. Aktuell wurden Teilmengen von Butter mittelfristig, mit einem nochmaligen Preisnachlass kontrahiert, so dass bis Ende des Jahres 2018 der Kieler Rohstoffwert knapp über der 30-Cent-Linie verharren wird.
 
Die Marktzahlen des vergangenen Jahres beweisen, dass die Verbraucher nur geringfügig um etwa 2,5 Prozent ihr eigentliches Einkaufsverhalten, wegen der Preishöhe, verändert haben. Zugleich wurde aber auch die Produktion von Milchprodukten in der Europäischen Union von Januar bis August 2018 um 1,8 Prozent erweitert.