07.12.2018

Neues vom QM-Milch e.V.

Infos Mitgliederversammlung QM-Milch e.V.

Am 03. Dezember 2018 fand in Berlin die Mitgliederversammlung des QM-Milch e.V. statt. Der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) ist mit Beschluss des Vorstandes vom QM-Milch e.V. vom 8. Juni 2018 ordentliches Mitglied des Vereins.
Mittlerweile umfasst der Verein, mit steigender Tendenz, bereits sieben Mitglieder. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung war der VMB durch die Geschäftsführung vertreten. Neben der Entgegennahme des Jahresberichtes 2017, der Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2017 und auch ein Blick auf das Haushaltsjahr 2019 stand auch die Wiederwahl des dreiköpfigen Vorstandes auf der Tagesordnung.
 
Aus der bereits am Vormittag abgehaltenen Vorstandssitzung wurde festgehalten, dass der Vorstand, die in zahlreichen Sitzungen der QM-Milch Arbeitsgruppe Organisation sowie des QM-Milch Fachbeirates erarbeiteten und empfohlenen Änderungen mit Blick auf die Revision des neuen Standards 2020, mit Gültigkeit ab 1. Januar 2010, verabschiedet hat. Auf Details des neuen Standards 2020 mit einigen wesentlichen Neuerungen wird demnächst an anderer Stelle ausführlich eingegangen. Im Kapitel "Gesundheit und Wohlbefinden der Tiere" gibt es insgesamt mehr Kriterien, bereits bisher verwendete Kriterien erhalten Bonuspunkte, somit ergibt sich eine höhere Maximalpunktzahl, aber auch einer Anhebung der Mindestpunktzahl für das Bestehen des Audits von bisher 72 auf dann 75 Prozent der Maximalpunktzahl. Ebenfalls neu ist die Einführung von drei so genannten Fokusgruppen ("Tierschutz", "Milchhygiene" und "betriebliches Umfeld") mit jeweils Mindestpunktzahlen, aber bei Nicht-Erreichen der Mindestpunktzahl eine Verkürzung des Kontrollintervalls von drei Jahren auf 18 Monate.

Im zweiten Teil wurde den zugeladenen Vertretern des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels, vertreten durch Verantwortliche des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmitteleinzelhandels (BVLH) und Vertretern der bekannten großen deutschen Lebensmittelhändler. die Möglichkeit gegeben, die Erwartungen des Lebensmittelhandels (LEH) an das System QM-Milch zu artikulieren. Bekanntlich ist seit Februar der LEH zwar nicht Mitglied des QM-Milch e.V., aber in die Fachgremien integriert. Währende der Diskussion stellte sich wieder schnell heraus, wie lösungsorientiert die fachliche Auseinandersetzung bei der Weiterentwicklung von QM-Milch zwischen den Vertretern der Erzeuger und der Verarbeiter, ob genossenschaftlich oder privat, in der Vergangenheit abgelaufen ist und auch bei der aktuellen Revision abläuft. Dem stehen zum Teil himmelweite Unterschiede in den Ansichten und Erwartungen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels an die vorgelagerten Stufen gegenüber. Die überragend hohe Produktqualität der von Erzeugerseite zur Weiterverarbeitung bereitgestellten Rohmilch verdient fast schon keine gesonderte Erwähnung mehr. Prozessqualität, speziell Tierwohl und absolute Transparenz sowie Belastbarkeit von Qualitätssicherungssystemen stehen beim LEH ganz hoch im Kurs. Dass die jetzt für die Milcherzeuger nicht ganz einfach zu erfüllenden Neuerungen im zukünftigen Standard 2020 als "Globuli" - vergleichbar mit den "Peanuts" aus der Bankensprache - herabgewürdigt wurden, soll die unterschiedlichen Sichtweisen und Einschätzungen wiedergeben.
 
Trotzdem ist es zu begrüßen, dass der Dialog in dieser Form in der erweiterten Wertschöpfungskette Milch stattfindet. Es wird aber Zeit brauchen, bis der übermächtige LEH kompromissbereiter wird und die Anliegen der vorgelagerten Ebene, vor allem der Erzeugerseite genauso ernst nimmt wie die Einflüsterer und Drängler von den Nicht-Regierungsorganisationen (NGO).
 
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