04.07.2018

Milchvermarktung international

EU-Marktausschuss - Sitzung vom 26. Juni 2018

Mit der 26. Sitzung, am 27. März 2018, trafen sich zum zweiten Mal in diesem Jahr, die Vertreter des MMO-Wirtschaftsausschusses, mit Teilnehmern aus den verschiedenen Stufen der Milchwirtschaft: CEJA (Junglandwirte), COPA-COGECA (Produzenten und Genossenschaften), ECVC Via Campesina (Landwirte), EMB (European Milch Board), EDA (Milchindustrie), Eucolait (Milchwirtschaft), sowie der Eurocommerce (Einzelhandel).
Die aktuelle Marktlage wurde von Experten in verschiedenen Sitzungsrunden analysiert und entsprechend bewertet.
 
(Zusammenfassung aus dem englischen Markttext)
Die Milchanlieferung erhöhte sich in der Europäischen Union im Zeitraum von Januar bis April 2018 um 1 Milliarde Kilogramm Milch. Dies bedeutet ein Plus von 2,1 Prozent. Die schlechten Wetterbedingungen Anfang des Jahres 2018, haben die Produktionsausdehnung etwas in ihrer Dynamik gebremst. Infolgedessen wurden Magermilchpulver und Butter unter dem Vorjahresniveau produziert.
 
Der EU-Erzeugermilchpreis reduzierte sich im Monat April 2018 auf einen Stand von 32,6 Cent pro Kilogramm. Dies entspricht einem Rückgang, gegenüber dem Preis zu Beginn des Jahres, von 8 Prozent. Betrachtet man den fünfjährigen Jahresmittelwert, so liegt im April der Milchpreis um 1 Prozent vom Durchschnitt entfernt.
 
Die Preise für Molkereiprodukte haben inzwischen eine leicht verbesserte Tendenz eingenommen. Nicht zuletzt konnten nun auch die Hersteller von Magermilchpulver ihre Verkaufspreise steigern. Parallel zum allgemeinen Absatz, konnten aus der öffentlichen Intervention 100.000 Tonnen abgesetzt werden. Zugleich stiegen die Notierungserlöse für Magermilchpulver in ganz Europa an. Der Umrechnungskurs von US-Dollar zum Euro, ermöglicht eine verbesserte Konkurrenzsituation europäischer Waren am Weltmarkt.
 
Die weltweite Milchanlieferung hat sich im Monat April 2018, vor allem durch die verhaltene Milcherzeugung in Europa und in den USA, verlangsamt. Der Anstieg befindet sich dabei bei einem Plus von 1,9 Prozent. Infolge einer verbesserten Wetterlage, konnten die Milcherzeuger in Neuseeland mit ihrer Produktion nun etwas aufholen. Auch Australien, Argentinien, Brasilien und Kanada haben ihr Erzeugungsniveau ausgeweitet. Jedoch mit einem geringeren Umfang als den vergangenen Jahren. Der globale Export gestaltet sich zusehends freundlicher. Zudem konnten auf dem chinesischen Markt die europäischen Exporte ein kleines Plus erreichen. Weiterhin werden sehr ansprechende Mengen von Magermilchpulver aus Europa in die Drittstaaten exportiert. Die Ausfuhren von Butter bleiben weiter ruhig, da aufgrund des Preisniveaus aus Ozeanien, Ukraine und Weißrussland, deren Angebote bevorzugt werden. Überdies werden nach wie vor die Handelsbeziehungen zwischen den Staaten, durch politische Ausrichtungen wie zum Beispiel „America First“, in eine kritische Entwicklungsphase gedrängt.
 
Die übrigen Absatzmärkte werden von der Kommission als relativ freundlich eingestuft. Die Absätze von Käse und Butter erweisen sich dabei als zufriedenstellend.
 
Die Marktbeobachter der Europäischen Kommission sagen, bei einem Kurzausblick auf die Marktentwicklung für 2018 bzw. auf das kommende Jahr 2019, ein etwas niedrigeres Wachstum als in den vergangenen Jahren voraus. Unbestritten ist die Milcherzeugung im ersten Quartal 2018 geringer als erwartet ausgefallen. Der Anstieg der Milcherzeugung wird im Jahr 2019 daher auf 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.
 
Im Anschluss daran diskutierten die Sitzungsteilnehmer die Möglichkeiten des Verkaufs von Milch über Futures-Kontrakte. Zur neuen Markteinführung sollen vorrangig Verträge mit Flüssigmilch gestartet werden.