19.12.2018

Milchvermarktung international

EU-Marktausschuss - Sitzung 13. Dezember 2018

Mit der 28. Sitzung, am 13. Dezember 2018, trafen sich die Vertreter des MMO-Wirtschaftsausschusses, mit Teilnehmern aus den verschiedenen Stufen der Milchwirtschaft: CEJA (Junglandwirte), COPA-COGECA (Produzenten und Genossenschaften), ECVC Via Campesina (Landwirte), EMB (European Milch Board), EDA (Milchindustrie), Eucolait (Milchwirtschaft) sowie der Eurocommerce (Einzelhandel). Die aktuelle Marktlage wurde von den Experten in verschiedenen Sitzungen analysiert, entsprechend bewertet und aufgelistet.
(Zusammenfassung aus dem englischen Markttext)
Die Milchanlieferung in der EU, so die Marktexperten, gestaltet sich gegenwärtig unterschiedlich. Generell zeigt der Milchanlieferungstrend eine weitere Annährung auf die Vorjahresmilchmenge. Die Milchmenge ging im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent zurück. Die rückläufigen Werte sind vor allem von den Milchanlieferungen der Länder Deutschland, Frankreich und der Niederlande herbeigeführt worden. Expansive Tendenzen werden, nach wie vor, aus Irland und Polen gemeldet.
 
Die Inhaltsstoffe der Anlieferungsmilch haben in den letzten fünf bzw. sechs Monaten deutlich an Wert verloren. Dementsprechend haben sich auch die Produktionsausrichtungen für Milchprodukte etwas unterschiedlich entwickelt. Magermilchpulver wurde, als Beispiel, gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent weniger erzeugt, hingegen stiegt das Produktionspotenzial bei Butter und Käse.
 
Die Milchpreisentwicklung hat sich in den letzten fünf Monaten verbessert und erreicht im Monat Oktober 2018 einen europäischen Durchschnittswert in Höhe von 35,80 Cent pro Kilogramm Milch. Dieser Oktober-Wert liegt um 3,7 Prozent über dem langjährigen 5-Jahresmittelwert. Für die kommenden Monate erwartet die Kommission weiterhin feste Milchpreise.
 
Die Verkaufspreise von Pulver haben im Jahr 2018 weitgehend einen freundlichen Trend erreichen können. Molkenpulver (+27 Prozent) und Magermilchpulver (+16 Prozent) konnten verbessert verkauft werden. Allerdings ist auffallend, dass Produkte mit höheren Fettanteilen, wie Butter und Vollmilchpulver, nicht die Erwartungen des Vorjahres erfüllen konnten. Die Vermarktung von Magermilchpulver ist weiterhin durch den günstigen Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar geprägt, so dass die abzusetzende Ware im Drittland konkurrenzfähig gegenüber anderen Exporteuren, wie beispielsweise aus Amerika oder aus Neuseeland, ist. Zusätzlich wurde berichtet, dass inzwischen der Abverkauf von Magermilchpulver aus der öffentlichen Lagerhaltung im laufenden Jahr relativ zügig voran gegangen ist. Der derzeitige Interventionsstand beträgt nunmehr etwas mehr als 100.000 Tonnen Magermilchpulver.
 
Die Weltmilchanlieferung hat sich, so die Fachleute der Kommission, auch im Jahr 2018 wieder erhöht. Jedoch stieg sie mit 1,3 Prozent, im Gegensatz zum langjähren Trend, aber etwas geringfügiger an. Im Wesentlichen resultiert die Hälfte dieser erhöhten Milchmenge aus der ausgedehnten Milcherzeugung in Europa. Aktuell nimmt nun auch zum Jahresende 2018 das neuseeländische Milchaufkommen zu.
 
Der weltweite Export von Milchprodukten hat sich ebenfalls ab Mitte des Jahres 2018 freundlich entwickelt und zeigt einen höheren Bedarf vor allem bei Butter, Käse und Magermilchpulver an. In einer längerfristigen Prognose der Milchmarktentwicklung, sagt das Fachgremium, für das Jahr 2030 in der Europäischen Union eine Mengensteigerung um abermals annährend 16 Milliarden Kilogramm Milch voraus. Diese europäischen Milchmengen werden, aller Wahrscheinlichkeit nach, den Bedarf in Afrika und Asien decken, obwohl auch diese Länder ihre heimischen Milchproduktionen intensivieren werden.